Collingswood entdeckt die Euregio

Auch dieses Jahr konnte das offizielle Programm unseren amerikanischen Gästen abwechslungsreichen Einblick in die Kultur der Euregio geben. So fuhren die Amerikaner mit ihren Austauschpartnern nach Köln an den Rhein, um dort nach einer Stadtführung durch die Altstadt und der Besichtigung des Kölner Doms ein deftig-herzhaftes Mittagessen in einem typischen Brauhaus einzunehmen. Auch besaßen sie die Möglichkeit, im Sportmuseum Neues auszuprobieren und mehr zu unbekannten Sportarten zu erfahren.

Eine weitere gemeinsame Fahrt gab es ins nahe Maastricht, wo alle Teilnehmer mehrsprachig durch das Zentrum der holländischen Stadt und später durch die Mergelhöhlen geführt wurden. Gerade die Welt unter Tage bot so manche Überraschung, z.B.  in Form von Kunstwerken an den Wänden. Für Viele war der Höhepunkt das Entlangtasten der Gruppe entlang eines stockdüsteren Tunnels in einer abgewandelten Polonäse. So mancher Schrei ließ sich hören und noch Minuten nach überstandener Mutprobe war die Aufregung über die Dunkelheit bei einigen Deutschen und Amerikanern zu spüren.

Während die deutschen Austauschfahrer an den anderen Tagen in ihrem regulären Unterricht saßen, entdeckten die Gäste mit ihrem Lehrer John Oehlers die Stadt Karls des Großen – Aachen. Während der Führung durch den Aachener Dom und die Schatzkammer sind die Schüler nicht zuletzt immer wieder über das Alter des Bauwerks bzw. der im Musem ausgestellten Exponate verblüfft, da Karl der Große rund 700 Jahre vor der (Wieder-)Entdeckung des amerikanischen Kontinents lebte und regierte.

Als letzte Stadt wurde an einem gesonderten Tag die Bundestadt Bonn am Rhein besucht, wo die Schüler das gute Wetter am Marktplatz genießen und vom Beethoven-Haus Fotos machen konnten. Nach einer Mittagspause führte sie Hr. Neumann durch die Universität bei schwül-warmen Temperaturen entlang des Rheins bis ins Herz des Regierungsviertels – für viele Amerikaner eine ungewohnt lange Strecke zu Fuß. Dort hörten sie etwas zu den dortigen ehemaligen Gebäuden des deutschen Parlamentarismus und kamen schließlich am Haus der Geschichte an. Dort erlebten sie eine gute Stunde lang einen Gang durch die deutsche Nachkriegsgeschichte, bei dem viele Exponate wie etwa ein Mondstein, ein Trabi, ein VW-Hippi-Bus oder ein DDR-Grenzübergang der ehemaligen innerdeutschen Grenze viele Besucher zu fesseln verstanden. Nach Rückkehr in den Bus fielen fast alle in einen wohlverdienten Schlaf.

Weitere Besichtigungen gab es in der Jülicher Umgebung. So fuhren die amerikanischen Gäste mit den Bus in den Braunkohletagebau Garzweiler und konnten die dort eingesetzten Maschinen aus nächster Nähe bestaunen. Ein weitere Höhepunkt war dann der Workshop im Deutschen Glasmalereimuseum in Linnich, wo die Schüler eigene Glaskollagen erstellten, die nach Austauschende dann die Reise über den Atlantik antreten konnten. Ein Muss waren dann noch der Besuch des Brückenkopfparks in Jülich sowie eine Führung durch die Zitadelle und die nahgelegene Innenstadt durch Fr. Egberts.

Auch für Sportbegeisterte gab es ein interessante s Programm: So spielten die Amerikaner die deutsche Form des “dodge ball”, also Völkerball, wobei sie den Deutschen hoffnungslos unterlegen waren. Danach maßen sie sich noch in Volleyball, Fussball und Basketball. Eine sportliche Herausforderung der ganz anderen Art wurde an einem Samstag im Kletterwald in Aachen angeboten. Deutsche und amerikanische Schüler konnten mit Kletterausrüstung unter Beobachtung ihrer (Gast-)Eltern Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsstufen ersteigen und dabei persönliche Grenzen kennenlernen. Allen machte dabei die langen Abfahrten mit den Seilwinden am meisten Spaß.

An den anderen Tagen besuchten die Amerikaner den Unterricht ihrer deutschen Austauschpartner. An einem einzelnen Tag waren sie zudem als “American VIPs” in verschiedenen Englischklassen unterwegs, in denen ihnen die deutschen Schüler mit Fragen löchern konnten. Auch wurden sie vom Beigeordneten der Stadt Jülich, Herrn Martin Schulz begrüßt. Dieser gab den Schülern in einem Vortrag einen Überblick über das Stadtgebiet Jülich und stand den Amerikanern danach Rede und Antwort.

Fotos von Dirk Neumann und Bärbel Haase

Dirk Neumann

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