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„Meine Kerze brennt für…“

Vor 75 Jahren zogen am 09.11.1938 nationalsozialistische Mobs deutschlandweit zu zahllosen Synagogen unserer jüdischen Mitbürger, schändeten und verwüsteten diese Gotteshäuser, und steckten sie anschließend in Brand. Die traurige Bilanz dieses unmenschlichen Handelns der Nazi-Schergen waren 1500 zerstörte jüdische Gebetshäuser und 1400 erschlagene jüdische Mitmenschen.

Die „Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V.“ gestaltet jedes Jahr im Gedenken daran eine jüdische Woche, um an die einstmals reiche jüdische Kultur in Deutschland und die Judenverfolgung im 3. Reich zu erinnern. 2013 nahmen im Gedenken an den 09.11.1938 auch Schülerinnen unseres Gymnasiums im Rahmen Ihres Projektunterrichts mit ihrem Lehrer, Herr Neumann, daran teil. Sie hatten im Vorfeld Kerzenpatenschaften übernommen, um auf diese Weise an fünf Jülicher jüdischen Glaubens zu erinnern, die in Konzentrationslagern ermordet wurden.

D. Neumann

Gedenken Probst-Bechte-Platz [1]

Gedenken Probst-Bechte-Platz

„Meine Kerze brennt für…“

Am Donnerstag, den 7. November 2013, nahmen wir, sieben Schülerinnen des Projektkurses Geschichte, mit Herrn Neumann und Frau Egberts an der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht teil. Diese fand an der Gedenktafel der alten Synagoge in Jülich statt. Trotz des nasskalten Wetter fanden sich zahlreiche jülicher Bürger und Mitglieder der jüdischen Gemeinde Aachen ein.

Sowohl der evangelische, als auch der katholische Pfarrer erinnerten an die Reichspogromnacht, beschönigend als „Reichskristallnacht“ von den Nazis bezeichnet, bei der deutschlandweit über 1000 Juden getötet, Synagogen in Brand gesetzt und jüdische Geschäfte zerstört wurden. Der Aachener Rabbiner beendete dieses Gedenken mit einem zweisprachigen jüdischen Gebet, worauf sich ein Schweigemarsch mit Kerzen für die ermordeten Juden in Jülich und Umgebung zum Probst-Bechte-Platz anschloss. Dort wurden die Kerzen am Fuße des Mahnmals abgestellt und aGedenken Probst-Bechte-Platz 07.11 a [2]n die Schicksale der Verstorbenen durch den Satz „Meine Kerze brennt für…“ inklusive Namen ermordeter Jülicher Bürger gedacht. Im Anschluss daran lud die „Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V.“ zu einem Ausklang des Abends mit verschiedenen Vorträgen, unter anderem mit Schülern der Schirmerschule, und koscheren Häppchen ein.

Da wir im Projektkurs das Thema „Jülich 1944-50“ thematisieren war es für uns wichtig an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Wir haben durch diese verdeutlicht bekommen, dass hinter der bekannten Geschichte der Reichspogromnacht einzelne Schicksale stehen, was wir sehr ergreifend finden und uns nachdenklich gemacht habt.

Laura, Leonie und Victoria (Q1)