Operation „Market Garden“

Im Herbst 1944 trat der zweite Weltkrieg an der Westfront nach der erfolgreichen Landung der Alliierten in der Normandie in die entscheidende Phase. Briten und Amerikaner planten ein gewagtes Unternehmen, um ein schnelles Kriegsende herbeizuführen: Luftlandedivisionen sollten in den Niederlanden hinter den feindlichen deutschen Linien abspringen, um alle wichtigen Brücken über Flüsse wie Maas, Waal und Rhein unter ihre Kontrolle zu bringen. Nachrückende Bodentruppen sollten schwere Waffen und Verstärkungen heranführen und sich mit den Fallschirmjägern an den Brücken vereinen. Ein solcher Erfolg hätte es den Alliierten ermöglicht, die recht stark befestigte deutsche Siegfriedstellung an der Westfront im Norden zu umgehen. Diese erstreckte sich in unserer Region vom Aachener Raum bis an den Niederrhein bei Kleve.

Doch die Operation „Market Garden“ war militärstrategisch nur ein Teilerfolg. Während die Brücken von Nijmegen und Eindhoven in den Septembertagen in alliierte Hände fielen und gehalten werden konnten, gelang es britischen und polnischen Luftlandedvisionen nicht, die am weitesten entfernt liegenden Brücken über den Rhein bei Arnheim zu erobern bzw. lang genug zu halten. Nach tagelangen Kämpfen mit vielen Opfern auf beiden Seiten mussten sich die überlebenden Soldaten vor starken deutschen Kräften über den Rhein Richtung Süden absetzen. Zurück blieben mehr als 4.000 tote Soldaten auf beiden Seiten. Arnheim war durch den Einsatz schwerer deutscher Waffen zum Teil stark zerstört.

Der Umweg ins Ruhrgebiet über den Niederrhein war somit versperrt. Alliierte Kräfte unter Führung des amerikanischen Generals Patten suchten nunmehr einen direkten Weg an den Rhein. Auf deren Vormarsch Richtung Köln galt es die Rur zu überqueren und die Stauseen in der Eifel unter ihre Kontrolle zu bekommen. Das Ende ist bekannt – am 16. November wurden die Städte Jülich, Düren, Linnich und Heinsberg von alliierten Bomberverbänden zur Vorbereitung der Rurüberquerung angegriffen und massiv zerstört.