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Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

[1]Versuche zur Supraleitung im JuLab
Am 29.1. stand für den Physik-LK der Q1 sehr viel Praktisches auf dem Programm: Beim Besuch im JuLab konnten wir in zahlreichen Versuchen das Thema Supraleitung hautnah erfahren.

Supraleitung meint die verlustlose Stromleitung, eine Entdeckung, die bereits im Jahr 1911 gelang. Heute werden Supraleiter vor allem in der For­schung, zum Beispiel in Teilchenbeschleunigern oder auch in der medizinischen Dia­gnos­tik, etwa in Kernspintomographen, eingesetzt. Viele weitere Einsatzmöglich­keiten sind denkbar, allerdings sind die bisher bekannten Materialien erst bei sehr tiefen Temperaturen supraleitend, was den Einsatz schwierig bzw. kostspielig macht.

Immerhin gelang es seit 1987, sog. Hochtemperatursupraleiter zu entwickeln, die bei Kühlung mit flüssigem Stickstoff schon bei etwa minus 227°C supraleitend wurden. Dieser Durchbruch wurde mit dem Nobelpreis ausgezeichnet und markierte den Beginn einer Suche nach immer neuen Supraleitern, die bei möglichst hohen Temperaturen supraleitend werden.

[2]Derartige Supraleiter, sog. Hochtemperatur­su­pra­leiter, standen uns im JuLab auch zur Verfügung. War bereits der Umgang mit dem zur Kühlung eingesetzten flüssigen Stick­stoff ein erstes Highlight, so gelang es uns tatsächlich, Magneten zum Schweben zu bringen. Auch konnten die magnetischen Eigenschaften der unterschied­lich­en Supralei­ter in zahlreichen Versuchen detailliert untersucht werden – und diesmal nicht in Demo­ver­such­en auf dem Lehrerpult, sondern praktisch in Schülerversuchen.

Damit stand nach einem langen Tag mit Experimenten und Institutsbesichtigung fest: Wir kommen gerne wieder – im April steht der zweite JuLab-Besuch auf dem Programm.

Dr. A. Wille