Q2-Schüler/innen besuchen Jülicher Altenheim

Gemeinsam spielen und zuhören
Beinahe täglich laufen wir auf unserem Weg zur Schule an der Seniorenwohnanlage „An der Zita­delle“ vorbei, doch kaum einer hatte es bisher von innen gesehen. Wir, neun Schü­lerinnen und Schü­ler des Gymnasiums Zitadelle Jülich, be­schlossen dies zu ändern und veranstalteten am 04.02.2020 dort einen Spielenachmittag.

Dafür brachte jeder ein paar Spiele, Lebkuchen und ein paar anderen Süßigkeiten von Zuhause mit, um uns mit zunächst sechs Senioren im Café des Altenheims gemütlich zu machen. Die Bewohner waren sehr aufgeschlossen und freuten sich, etwas Abwechslung in ihrem Alltag zu haben.

Mit der Zeit kamen immer mehr hinzu, sodass wir in einer großen Runde Bingo spielen konnten, aber auch Mensch ärgere dich nicht, Mühle, Memory oder einfach nur ein Kartenspiel. Während des Spielens ergaben sich interessante Gespräche und manchmal waren wir so sehr in einem Gespräch vertieft, dass wir einige Bingo-Zahlen nicht mitbekamen. Dies nahmen alle Anwesenden aber gelassen und wir konnten darüber lachen.

Die Bewohner erzählten uns von ihrem Leben, z.B. was sie beruflich gemacht haben. Aber auch bedrückende Themen kamen zur Sprache, wie beispielsweise der plötzliche Tod eines Lebenspartners. So verging der Nachmittag wie im Flug. Zum Schluss schenkten wir jedem eine Blume, womit sie ihr Zimmer schmücken können und sich an diesen Tag erinnern können. Wir wurden sogar mehrfach gefragt, wann wir das nächste Mal wiederkommen. Einige Schüler/innen ziehen es jetzt in Erwägung, öfter die Senioren zu besuchen.

Danach durften wir durch die Zimmer der Bewohner gehen, dort die restlichen Blumen verteilen und uns die Geschichten der Senioren anhören. Ein kleines Highlight war es für uns, für eine ältere Dame zu singen, da sie Geburtstag hatte. Besonders interessant war es für uns auch, sich mit einer Bewohnerin zu unterhalten, die uns von ihrem Schulzeit nach dem Zweiten Weltkrieg erzählte. Sie musste damals Schulgeld bezahlen und hat nach dem Schulabschluss die erstbeste Ausbildung angenommen, da es damals nicht wie heute die Möglichkeit gab, alles auszuprobieren, weshalb sie uns riet, diese Chance zu ergreifen. Als wir ihr von unseren Plänen nach dem Abitur erzählten, wobei viele ein freiwilliges Jahr machen werden, schien sie sehr glücklich darüber zu sein. Letztendlich verabschiedeten wir uns von allen und gingen mit einem guten Gefühl jemanden eine Freude gemacht zu haben nach Hause, wobei uns auch der Regen nicht die gute Laune verderben konnte.

Julia Belousow (Q2)