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Hohe Spendenbereitschaft am Gymnasium Zitadelle – trotz Corona

Aáren Bhatti (Klasse 9) [1]Seit 2001 unterstützen Schülerinnen und Schü­ler des Gymnasiums Zitadelle das von dem Ver­ein AIDA e.V. erbaute St. Antons Kinder- und Ju­gendzentrum in Tanquá im brasilianischen Bun­des­staat Rio de Janeiro.

Als feststand, dass der traditionell am ersten Adventswochenende stattfindende Weihnachts­ba­sar im Gymnasium Zitadelle in diesem Jahr entfallen musste, kamen Schülerinnen und Schü­ler im Religionsunterricht auf die Idee, eine Soli­daritätsaktion für das brasilianische Partner­pro­jekt ins Leben zu rufen. Unterstützung bekam die Schülerschaft von den Religionslehrerinnen und -lehrern sowie dem Weihnachtsbasar-Team. Gemeinsam wurde für Spendengelder geworben, und als Zeichen der Solidarität erhielten Schülerinnen und Schüler einen Solidaritätsbutton, den der Schüler Aáren Bhatti (Klasse 9) mit beeindruckenden sym­bol­kräftigen Bildern gestaltet hat.

Diese Weihnachtsaktion brachte einen Spendenbetrag von 4626,07 €.

Das Weihnachtsbasarteam ist besonders stolz darauf, diesen Betrag an den von Pater Heribert Kloos CSSp gegründeten gemeinnützigen Verein AIDA e.V. in München über­weisen zu können. In diesen Zeiten ist eine solch außergewöhnliche Spenden­be­reit­schaft nicht selbstverständlich! Dafür geht ein großer Dank seitens des Gymna­siums an alle Spenderinnen und Spender!

Wer oder was verbirgt sich hinter AIDA? AIDA ergibt sich aus den portugiesischen Wör­tern „Arco Iris do Amor“ = Regenbogen der Liebe. AIDA e.V. [2] richtet seine Aktivitäten hauptsächlich auf die Unterstützung von bedürftigen Kindern und Jugendlichen in Brasilien aus. Die soziale Situation vieler Familien und vor allem vieler Kinder in Brasilien ist prekär. Leider hat sich in den letzten Jahren daran nicht viel verändert. Auch die politische Lage trägt momentan nicht dazu bei, die Lebensumstände dieser Menschen zu verbessern und ihnen Sicherheit zu geben. Hinzu kommt seit dem Frühjahr 2020 die Corona-Krise, welche die armen Bevölkerungsschichten besonders hart trifft.

Schon vor der Krise lebten viele Menschen „von der Hand in den Mund“. Oft wusste man morgens nicht, ob es abends etwas zu essen gibt. Durch einfache Tätigkeiten wie Straßenverkauf oder Gelegenheitsjobs hielten sich die armen Bevölkerungsschichten über Wasser. Viele dieser Verdienstmöglichkeiten fallen nun wegen der Corona-Auflagen weg. Einfachste Wohnverhältnisse, beispielsweise das Fehlen von fließendem Wasser und Kanalisation, erschweren Hygienemaßnahmen und stellen ebenso wie die Armut ein großes Infektionsrisiko dar. Die hohen Infektionszahlen spiegeln dies drastisch wider. Kinder und Jugendliche leiden unter dieser Situation be­sonders.

AIDA e.V und Sefras, das Sozialwerk der Franziskaner, haben es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht, Kinder aus bedürftigen Familien in der Kindertagesstätte von St. Antons Kinder- und Jugendzentrum in Tanquá liebevoll zu betreuen. Nachdem schon seit einigen Monaten Corona-bedingt alle Schulen im Bundesstaat Rio de Janeiro geschlossen sind, dürfen auch keine Kinder mehr auf das Gelände kommen. Um den Kontakt zu den Kindern nicht zu verlieren und die größte Not zu lindern, verteilt Sefras in Tanquá und in seinen anderen Kindertagesstätten regelmäßig Lebensmittelpakete und Essenrationen an die Familien. Auf diese Weise bleibt die Nähe zu und das Gespräch mit den Familien erhalten, und gegebenenfalls kann Hilfe geleistet werden.

Das Gymnasium Zitadelle ist dankbar dafür, dass Jahr für Jahr viele Menschen zum Gelingen ihres Weihnachtsbasars beitragen, sie auch weiterhin ihre Zeit zur Verfügung stellen, kreativ werden und mit Ihren Spenden dafür sorgen, dass nicht nur der Weih­nachtsbasar – und in diesem Jahr die Solidaritätsaktion – ein so großer Erfolg wird. Damit kann benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Brasilien ein Stückchen mehr geholfen werden.

Walter Bähr