Drucken

Mitteilungen

Liebe Freunde von AIDA e.V.,

Anfang des Jahres haben erschütternde Berichte über die katastrophalen Erdrutsche in den Bergen nordöstlich von Rio de Janeiro die Welt aufgerüttelt. Über tausend Menschen verloren ihr Leben oder wurden zum Teil schwer verletzt, Schlamm- und Geröllmassen haben die Häuser und die Existenzgrundlagen von unzähligen Familien weggespült. Natürlich dachten wir von AIDA e.V. wie auch viele unserer Freunde und Spender sofort an St. Antons Kinder- und Jugendzentrum in Tanguá, das nur ca. 60 km Luftlinie von der so schwer betroffenen Gegend entfernt liegt. Nachfragen ergaben, dass es dort zwar zu sehr starken Regenfällen kam, denen ein Teil der Ernte zum Opfer fiel, ansonsten aber zum Glück keine weiteren Schäden entstanden sind. Dies ist sicher unter anderem auch der Tatsache zu verdanken, dass die dicht bewaldeten Hügel hinter dem Kinderdorf in ihrem ursprünglichen Zustand belassen und nicht wie an vielen anderen Orten abgeholzt wurden, um mehr oder weniger legalen Baugrund zu schaffen.

Den derzeit 46 Kindern geht es auch dank Ihrer Hilfe und dank der unermüdlichen Arbeit und Fürsorge von Pater Eckart Höfling und seiner Mannschaft gut. Natürlich gibt es hin und wieder Ärger und Schwierigkeiten, aber das ist auch in “normalen” Familien nicht gänzlich auszuschließen. Man darf nicht vergessen, dass die meisten dieser Kinder traumatisiert sind und aus sehr problematischen Verhältnissen kommen.

AIDA e.V. sieht es als seine Aufgabe, die finanzielle Grundlage für den Unterhalt die-ses Projektes zu schaffen. Zusammen mit dem Päpstlichen Missionswerk für Kin-der/Die Sternsinger (PMK) überweist AIDA e.V. den monatlichen Betrag von 9.000 Euro. Darüber hinaus werden noch gelegentlich Sonderzahlungen geleistet, z.B. letztes Jahr 12.000 Euro für die Beseitigung von Unwetterschäden und weitere 6.600 Euro für die in Brasilien gesetzlich vorgeschriebenen 13. Monatsgehälter der Angestellten, jeweils mit Hilfe des PMK. Dies alles deckt aber nicht die Gesamtkosten. Daher sind wir sehr froh und dankbar, dass es Pater Eckart immer wieder gelingt, aus anderen Quellen Zuschüsse zu erhalten.

Auch in Brasilien erhöhen sich die Lebenshaltungskosten deutlich, Löhne und Gehälter steigen, Lebensmittel, Medikamente, Strom und Kraftstoff sind teurer geworden, und auch die Gebühren für die Förderschulen, die einige “unserer” Kinder besuchen, wurden erhöht. Außerdem bereitet uns der Wechselkurs große Sorgen: vor zwei Jahren stand der Kurs für 1 Euro noch bei 3,00 Reais, während er im Januar 2011 auf etwa 2,20 Reais gesunken ist. Das bedeutet, dass Pater Eckart für unsere Überweisungen heute fast ein Viertel weniger als damals erhält.

Erfreulicherweise ist im Jahr 2010 das Spendenaufkommen für St. Antons Kinder- und Jugendzentrum gegenüber dem Vorjahr nicht gesunken. Dafür möchten wir Ihnen, unseren Freunden und Spendern, ganz herzlich danken. Besonders dankbar sind wir auch allen, die mit viel Engagement und eigenen Aktionen wie z.B. Bazaren, Weihnachtsmärkten, Benefizkonzerten, Sammlungen im Freundes- und Bekanntenkreis, auch anlässlich von Geburtstagen, Jubiläen oder Beisetzungen usw. in ganz erheblichem Maße zu diesem Erfolg beigetragen haben. Unser Dank gilt weiterhin VOT, dem Dritten Orden, dem Pater Eckart angehört, und all jenen, die sein Soziallwerk in Rio unterstützen.

Mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Osterfest
Ihr
Thomas Reverchon

Die gegenwärtige Situation im Projekt „Traum der Aline“
und das erreichte Ergebnis
von März 2007 – Dezember 2010
(eine Übersetzung aus dem Portugiesischen)
Das Projekt „Traum der Aline“ fördert die umfassende Entwicklung von 315 Kindern und Heranwachsenden durch Gespräche und gesellschaftlich-erzieherisches Vorgehen in den Lebensbereichen der Erziehung, Werkstätten, Sport und Muse, Gesundheit und berufliche Angebote, und in den Bürgerrechten des Menschen. Hier sind die Familien und die Dorfgemeinschaften der Kinder in Diskussionen mit eingebunden.
Auch informieren wir die Bewohner im Umfeld über die Entwicklungen im Projekt oder auch die Geschäfte, wenn uns mal der Reis oder die Bohnen ausgegangen sind. Die Rechte der Kinder und Heranwachsenden werden geschützt und verteidigt durch Aufklärung und Einbeziehung der Autoritäten des Staates.
Alle Kinder und Heranwachsende müssen morgens oder nachmittags in ihrem Wohnbezirk die Schule besuchen. Hilfe bei den Schularbeiten übernimmt das Projekt.
Die Auswahl der Teilnehmer am Projekt geschieht durch Hausbesuche, durch Interviews, Befragungen und Genehmigung des Erziehungsberechtigten. Das Risiko eines Kindes oder Heranwachsenden, auf der Straße zu landen, ist ausschlaggebend!
Über die Jahre hin gab es vielseitige Angebote, in welche die Kinder, die Familien, Sozialerzieher, Ehrenamtliche, Koordenation und Hilfskräfte einbezogen waren.
Ein Zeitplan ordnet während der Woche die täglichen Aktivitäten – nach Alter aufgeteilt.
Ein professionelles Team sorgt sich um den Ablauf der Aktionen. Einiges wäre besonders zu erwähnen: die vielseitigen Werkstätten; Versammlungen mit den Familien; Sitzungen mit den Angestellten; Fortbildung der Sozialerzieher; Gartenarbeit und Naturpflege; Austausch mit anderen Projekten; Beachten ziviler Gedenktage; Feiern der christlichen Feste wie, Ostern und Weihnachten.
Die Aktivitäten im Projekt garantieren unseren Kindern auch den Zugang zu unserer Kultur und Kunst: durch Lektüre; Reflektion und kritische Einstellung zu Texten; Kontakt mit der regionalen Kunst; Kennenlernen und Einüben der kulturellen Tänze; Spielen von Instrumenten (Gitarre und Flöte); Erlernen und Singen von regionalem Liedgut; Capueira, ein Verteidigungstanz der schwarzen Rasse; Theater und Ballett.
Die beruflichen Angebote werden verwirklicht durch Grundkurse der Informatik und kunstgewerbliche Kurse.
In Sport und Muse werden den Kindern und Heranwachsenden Möglichkeiten geboten, den Sport in verschiedenen Formen und Bedingungen zu erlernen und auszuüben. Hierdurch sollen sowohl die Sozial als auch die Gefühlsbeziehungen geweckt werden – und auch eine Wechselbeziehung zu ihrem Selbstwertbewusstsein hergestellt werden.
Die pädagogisch-psychologisch-soziale Begleitung geschieht in einer bewussten Regelmäßigkeit.
Die 315 Kinder und Heranwachsende bekommen täglich ein kräftiges Mittag- oder Abendessen; dazu zwei Zwischenmahlzeiten, Gemüse und Obst sind zum Großteil Erträge vom Projektgelände.
Wir, von der Koordenation, haben uns in den 4 Jahren von der gelebten Realität überzeugen lassen, dass unser Projekt sich bewährt hat als Wirkung:
- im Umfeld, welches Gehör schenkt, respektiert, den Kindern und Heranwachsenden und Familien Werthaftigkeit schenkt,
- im Wecken von Sorgfalt, Respekt, Bewahrung und guten Gebrauch der Schöpfung,
- im Bewerten einer gesunden Grundernährung,
- im umfassenden Wachstum der jungen Menschen durch moralische, religiöse Werte, der praktischen Teilnahme an den Werkstätten, wobei die Leistung durch Kreativität befruchtet wurde,
- im Teilnehmen der Mütter an Hausarbeiten und Küche, wodurch sie sich mitverantwortlich fühlten,
- durch Basiskurse für Mütter und Verantwortliche, um beim familiären Unterhalt zu helfen.
Während der Vier-jahres-projekt-Arbeit stießen wir auch auf Schwierigkeiten, die uns herausforderten, unsere Methode des Arbeitens immer wieder auszurichten nach den Umständen, den „Überraschungen“, um unsere gesteckten Ziele zu erreichen.

Es grüßt und dankt für alle Hilfe und Solidarität,
die KOORDENATION des Projektes