Türen zur Kunst

Olivia und Anna bei der Arbeit (Foto sc)

Olivia und Anna bei der Arbeit (Foto sc)

„Doors wide open“ heißt das Projekt, an dem z.Z. 20 Schülerinnen und ein Schüler der Klassen 5 bis 8 des Gymnasiums Zitadelle teilnehmen. Unter der Leitung des Jülicher Künstlers Dieter Laue und unterstützt von den Kunst-Kollegen unserer Schule gestalten die Projektteilnehmer Türen für eine Ausstellung im öffentlichen Raum. Eine gute Gelegenheit für alle, mit einem „echten“ Künstler hautnah zusammen arbeiten zu können – und Dieter Laue vermag es trefflich, den Schülern die „Tür zur Kunst“ zu öffnen!

Das Projekt wurde konzipiert vom Kulturbüro der Stadt Jülich und wird gefördert über das Landesprogramm „Kulturrucksack“.

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Eindrucksvolle Ausstellung

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Zerbrechlich, verletzlich und schemen­haft wirken die spindeldürren mensch­lichen Figuren, die zurzeit im 1. Stock des Ostflügels der Zitadelle ausgestellt sind.

Manche zielgerichtet, manche wie festgenagelt, manche erschrocken, manche kraftlos. Rau modellierte Plastiken, mit Pappmaché auf Draht­gerüst gefertigt. Filigran im Gegenlicht.

Der Grundkurs Kunst in der Q1 hat sich offensichtlich mit der Kunst des Schweizers Alberto Giacometti beschäftigt. Aber erst in der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema „Mensch und Raum“ haben wohl die meisten der Schüler nachvollziehen können, was Giacomettis ständig von Selbstzweifeln geprägte Suche bedeuten könnte. Die „Suche nach der Wahrheit, wissend, dass man sich der Wahrheit nie ganz annähern kann“.

Bei einigen Figuren in „genialer“ Weise, wie Marcel Perse, der Jülicher Museumsleiter, in einer E-Mail an die Schulleiterin bemerkt, auf jeden Fall „eindrucksvoll“. Hierbei fällt besonders Anne Kugelers Arbeit auf, eine kriechende menschliche Gestalt. Deren erkennbare motivische Ähnlichkeit mit Wilhelm Lehmbrucks „Gestürztem“ wurde dann auch im Unterricht thematisiert – ein eindrucksvolles Mahnmal gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Giacomettis Bemühen ist auf das „Sehen“ gerichtet. Während die Schüler der Q1 im Sinne Giacomettis mit dem Finden einer zeitlos gültigen, abstrahierten Form beschäftigt waren, setzten sich die Schüler der EF in ganz naturalistischer Weise mit dem Thema „Sehen“ auseinander. Ihre ebenfalls ausgestellten Bleistiftstudien zeigen Schuhe, die als Symbol für den Lebensweg zu sehen sind.

Roswitha Scheepers

Kunstprojekt:
Blumen-Stillleben von Franz Xaver Petter

Das Projekt „Blumenstillleben“ wurde von 23 Schülerinnen und Schülern der EF an 18 Unterrichtsstunden im Rahmen des Kunstunterrichts von Frau Bechberger realisiert.

Aufgabe war es, das Blumenstillleben von Franz Xaver Petter mit Acrylfarbe auf schwarze Malplatten zu übertragen. Hierzu erhielt jeder Schüler als Malvorlage nicht das Gesamtbild in der Größe von 46 x 35 cm, sondern nur einen Ausschnitt davon in der Größe 7,6 x 8,7 cm. Dieser Ausschnitt war zu übertragen auf besagte Malplatten im Format 24 x 29,5 cm. Die besondere Schwierigkeit lag also nicht nur darin, den kleinen Ausschnitt auf das größere Plattenformat zu übertragen, so dass es sich hinterher wieder zu dem Gesamtbild zusammenfügen lassen sollte, sondern jeden Ausschnitt auch zu den es umgebenden Nachbar-Ausschnitten „passend“ zu halten. Es war also ständige Teamarbeit gefragt.

Technisch wurde zunächst eine Vorzeichnung mit Bleistift gefertigt und ständig mit den Nachbar-Teilstücken passend gehalten. Anschließend wurden die Platten mit Acrylfarbe ausgemalt. Dabei waren die leistungsstärkeren oder erfahreneren Schüler bereit, bei ihren Mitschülern helfend einzuspringen.

Nach letzten Verbesserungsvorschlägen der Lehrerein und den darauf folgenden Korrekturen haben wir gemeinsam alle Teilstücke zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und mit Holzleisten befestigt. Das abschließende beeindruckende Ergebnis in der Größe 120 x 150 cm zeigt deutlich die Mühen, die die Schüler auf dieses Projekt verwandt haben, und es weist erfreulicherweise deutliche Ähnlichkeiten mit dem Original-Stillleben von F. X. Petter auf.

Das Bild ist ausgestellt in der Zitadelle, 1. Etage im Flur zum Lehrerzimmer.

K. Bechberger