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Aus der Geschichte des Jülicher Gymnasiums

 

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Schule auf Wanderschaft

Vom STADTZENTRUM an den STADTRAND in die ZITADELLE und zum PROPST-BECHTE PLATZ

Nicht nur Schultyp und Schulträger wechselten mehrfach im Laufe der jetzt 434 jährigen Geschichte ( Gründung 1572 ), sondern auch der Schulstandort.

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1. Die Partikularschule von 1572

Sie wurde auf Geheiß von Herzog Wilhelm V. gegründet und hatte ihr Schulgebäude in der Stiftsherrenstraße dicht neben der Propstei-Kirche. Die Stiftsherren waren auch Schulträger.

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Heute befindet sich dort ein kleiner Parkplatz.

 

2. Das Jesuitengymnasium ( ab 1664 – 1774 )

Die Jesuiten erlangten nach den Stiftsherren die Trägerschaft über die Schule.
Das neue Schulgebäude stand am Markt / Ecke Kleine Rurstraße, mitten im Zentrum der Stadt.

Mit kurzen Unterbrechungen in der Zeit Napoleons und den ersten Jahren der Zugehörigkeit Jülichs zu Preußen hatte die Schule hier ihren Standort bis 1903.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens endete bald die Zeit als Gymnasium.
Aus ihm wurde zunächst eine einfache Stadtschule, später eine höhere Stadtschule ( 1850 ).
Anschließend begann schrittweise der Wiederaufstieg zum Vollgymnasium.

1862 Städtisches Progymnasium (Träger: Stadt Jülich)

Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes nach dem Umzug zur Neußer Straße:

1898 Königliches Progymnasium (Träger: Preußen)

Zu den Gegenleistungen, die die Stadt Jülich erbringen musste, damit der Staat ihr die Trägerschaft der Schule und damit einen großen Teil der Kosten abnahm, gehörte die ERRICHTUNG EINES SCHULNEUBAUES.
Der Neubau entstand an der Neußer Straße 11 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Altbau des Krankenhauses.

 

3. Das Gymnasium am Neußer Platz

Foto: Erich Lengerke, damals Mitinhaber von Schreibwaren Lengerke (Ecke
Neußer Str./Römerstr.) sowie Fotograf und Herausgeber von Ansichtskarten.
Auf diesem Foto hat er übrigens auch seinen Sohn Hermann (4. v.l.) verewigt,
der 1967 sein Abitur machte

1905 wurde das Progymnasium wieder zum Vollgymnasium, nachdem die ersten Abiturienten ihre Reifeprüfung abgelegt hatten.

Bis 1972 blieb zwar hier der Standort, aber der Name der Schule wechselte in diesen 67 Jahren mehrfach:

Königliches Gymnasium Jülich ( 1903 – 1918 )
Staatliches Gymnasium Jülich ( 1919 – 1938 )
Staatliche Oberschule für Jungen ( 1938 – 1944 )
Staatliches Gymnasium Jülich ( 1945 – 1974 )
– Der Neubau Neußer Straße bis zur Zerstörung 1944
– Der Wiederaufbau seit 1949 und die Erweiterungsbauten

 

4. Das Gymnasium in der Zitadelle

1968 begannen die Baumaßnahmen in der Zitadelle am durch den Krieg zerstörten herzoglichen Schloss.
1972 Vierhundert Jahre nach der Schulgründung war der Schulneubau so weit fertig gestellt, dass die Schule dort einziehen konnte.
1974 übernahm die Stadt Jülich die Trägerschaft über das Gymnasium.

Seither heißt die Schule: GYMNASIUM ZITADELLE DER STADT JÜLICH.

Da die Schule nur für 850 Schüler geplant war, wurde sie bereits wenige Jahre später zu klein. Es begann die Zeit provisorischer Notlösungen als „Untermieter“ in der Nordschule, in der ehemaligen Ingenieurschule an der Berliner Straße und mit der Nutzung von Containern in der Zitadelle.
Zusätzlich erhielt das Gymnasium das Gebäude der alten Volksschule an der Düsseldorfer Straße, heute WESTGEBÄUDE genannt.

2004 wurde zusätzlich ein Neubau mit Klassen- und Fachräumen dicht beim Westgebäude am Propst-Bechte-Platz bezogen.

Nach den mittelfristigen Daten des Schulentwicklungsplanes ist nicht mehr zu befürchten, dass erneut eine Phase von Raumnot auf das Gymnasium zukommt.

Zusammengestellt von Wolfgang Gunia