[1]Kursfahrt an den Gardasee 2015
Nach langem Warten war es am Abend des 13. September endlich soweit – vollbepackt und mit Herrn Kremers „Italienisch für Anfänger“ in der Tasche – fuhren wir los in Richtung Gardasee (Italien). An Bord des Doppeldeckerbusses befanden sich 60 Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Englisch (Frau Egberts), Mathematik (Herr T. Bahr), Pädagogik (Herr Jaspers) und Physik (Herr Kremer).
Nach einer langen und anstrengenden Nacht kamen wir gegen Mittag schon an unserer ersten Station an: Rafting in Sterzing (Südtirol). Trotz Regen wagte sich ein Großteil der Schüler an die Paddel und stürzte sich wagemutig in das sehr nasse Abenteuer. Durchnässt erreichten wir schließlich unser Ziel San Benedetto, wo wir nach kurzer Einweisung unsere Bungalows beziehen durften. Der erste Eindruck der Anlage war überaus positiv: Nicht nur hatten wir einen großen Pool, in den minütlich Lehrer sowie Schüler befördert wurden, sondern auch das „italienische“ Essen war ganz zu unserer Zufriedenheit („Lecker, Schnitzel!“). Danach waren Pastagerichte angesagt. Genauso abwechslungsreich wie das Essen war auch das Abendprogramm: Statt den Lehrern ihren Schlaf durch nächtliche Ausgänge und unerlaubtes Konsumieren von Alkohol zu rauben, wurden sie täglich von Schülern zu Spieleabenden eingeladen. Mit Pokerrunden und Werwolfspielen verbrachten die einzelnen Gruppen ihre Abende vor ihren Bungalows.
Neben unserem Abendprogramm gab es selbstverständlich auch andere Aktivitäten, die von Lehrern und Schülern gleichermaßen genossen wurden. Am Dienstag stand eine Radtour entlang des Gardasees nach Bardolino an. Über Stock und Stein und durch tiefen Sand fuhren wir in kleinen Grüppchen an der Küste entlang und waren bemüht nicht aufzufallen. In Bardolino gab es die Möglichkeit mit Herrn Jaspers Wasserski fahren zu gehen, die kleine Stadt zu erkunden und ein erstes italienisches Eis in der prallen Sonne zu genießen. Die Radtour hatte jedoch auch einige Verluste: es gab nicht nur Zusammenstöße mit Blechmülltonnen und streikende Fahrradketten, sondern auch Herr Bahr hatte mit einer kaputten Gangschaltung zu kämpfen und verlor unterwegs auch noch sein Pedal.
Unbeeindruckt von der Fünfzehnkilometerradtour, wagten sich 15 Schülerinnen und Schüler am Mittwoch an Herrn Kremers organisierte Bergwanderung. Acht Stunden lang und mit gegenseitiger Hilfe erklommen sie den Monte Pastello und genossen schließlich einen atemberaubenden Ausblick auf den Gardasee. Währenddessen hatte sich der Großteil der Schüler für eine gemütliche Städterundfahrt entschieden, wo das Schlendern durch die Altstadt von Garda oder Sirmione die sportlichste Aktivität des Tages war.
Am vierten Tag der Kursfahrt fuhren wir nach Venedig, wo uns eine Masse an Touristen erwartete. Auch in einer solchen Kulturstadt wurden wir mit körperlichen Anstrengungen konfrontiert, da es ohne zu schwimmen kaum möglich war, den Markusplatz zu durchqueren. Auch einige Schüler entschieden sich für mehr Bewegung und nahmen die Herausforderung an, den venezianischen Bahnhof innerhalb einer halben Stunde zu Fuß zu erreichen, und rannten, ohne die Hilfe elektronischer Geräte in Anspruch zu nehmen, los.
Am Freitag gab es einen vom Mathe-LK durchorganisierten Sporttag, an dem alle mit großer Freude teilnahmen. Der Englisch LK eröffnete das Turnier mit einer Cheerleading-Darbietung. Während ein Teil der Schüler in gemischten Teams beim Beachvolleyball gegeneinander antraten, durfte der andere Teil mathematisch-physikalische Figuren im Pool nachstellen. Damit nicht genug, stand auch noch Kajakfahren am Nachmittag an. Trotz zahlreicher Durchhänger und einiger Schreie nach Pause schafften es die meisten Schüler stolz und glücklich am Ziel der zweistündigen Kajakfahrt anzukommen, noch bevor es in die Platzierungsrunden des Beachvolleyballturniers ging. Zwei reine Schülerteams belegten die ersten beiden Plätze. Während es bei Herrn Kremer und Herrn Bahr zu einem Duell um den dritten und vierten Platz kam, hatte das Team von Herrn Jaspers, trotz guter Taktik und mehrerer Teambesprechungen, am meisten Pech und mussten sich am Ende mit dem siebten Platz zufrieden geben. Den letzten Platz belegte hingegen ein Schülerteam, das trotz zweier unerfahrener Spielerinnen und eines ermüdeten Kajakfahrers Körpereinsatz zeigte und dafür am Ende mit Süßigkeiten belohnt wurde. Die Siegergruppe bekam Gutscheine für die beste Eisdiele in Verona.
Nachdem die Bungalows von den Schülern sauber und aufgeräumt übergeben wurden, ging es am letzten Tag der Kursfahrt nach Verona. Dort angekommen, erklärte sich Herr Kremer bereit unseren Reiseführer zu spielen und zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Beeindruckt von dem Torre dei Lamberti und der Arena im Zentrum der Stadt, ließen wir den letzten Tag ausklingen und genossen die letzten, warmen Sonnenstrahlen, bevor es zurück ins kalte Deutschland ging.
Die Busfahrt war wie keine andere. Während die Fahrtzeit stets effizient mit lauter Musik, viel Gelächter, einigen Gesellschaftsspielen und mehreren Runden Mario Kart gefüllt wurden, war die Rast die Gelegenheit, sich erneut sportlich zu betätigen: es fand ein Wettrennen um die Tankstelle, an dem Lehrer und Schüler teilnahmen, statt. Jedoch sollte nicht alles nach Plan verlaufen: Zwei Stunden vor Ankunft (3.40 Uhr) machten wir ein letztes Mal Halt. Als wir um 4.40 Uhr losfahren wollten, sprang der Motor des Doppeldeckerbusses nicht mehr an und bescherte uns somit noch weitere vier Stunden gemeinsamer Kursfahrt. Trotz Kälte und anderer Strapazen schaffte es unser Busfahrer schließlich (um 9 Uhr) die Batterie des Busses wieder aufzuladen und brachte uns doch noch nach Hause.
Es war eine Kursfahrt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird und über die wir noch immer gerne sprechen.
M. Wortmann