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Rückblick: Innovativer Biologieunterricht – EF-Kurs nimmt an RWTH-Studie teil

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Ein Biologiekurs der Einführungsphase unserer Schule hatte die besondere Gelegenheit, an einer wissenschaftlich begleiteten Studie der RWTH Aachen teilzunehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung von der Research Group – Biophysical & Education Engineering am Helmholtz-Institute of Applied Medical Engineering der RWTH Aachen. Im Zentrum der Studie steht die Frage, wie sich unterschiedliche Unterrichtsmethoden auf den Lernerfolg auswirken. Thematisch beschäftigt sich der Kurs mit dem menschlichen Herzen – seiner Anatomie, seiner physiologischen Funktion sowie mit dem Elektrokardiogramm (EKG). Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Aufbau, Funktion und Diagnosemöglichkeiten des Herzens besser zu verstehen.

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Im Rahmen der Studie wurde der Kurs in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen bearbeiten denselben fachlichen Inhalt, jedoch mit unterschiedlichen didaktischen Ansätzen: Eine Gruppe erhält klassischen, theoretisch orientierten Unterricht. Die zweite – die sogenannte Mediengruppe – arbeitet zusätzlich mit praxisnahen, interaktiven Medien. Besonders spannend für die Schülerinnen und Schüler der Mediengruppe: Sie nutzen unter anderem 3D-gedruckte Modelle eines gesunden und eines erkrankten Herzens, die realitätsnahe Einblicke in die Anatomie ermöglichen. Außerdem stehen mobile EKG-Geräte zur Verfügung, mit denen die Jugendlichen selbst EKGs aufnehmen und auswerten können. In Kleingruppen werden so medizinische Phänomene nicht nur theoretisch nachvollzogen, sondern auch praktisch erfahrbar gemacht. Ein zentrales didaktisches Element war in beiden Gruppen der Einsatz von Fallbeispielen: Die Schülerinnen und Schüler erhielten fiktive Patient*innenfälle, analysierten Symptome und stellten darauf basierend eigene Diagnosen. Anschließend sollten sie diese Diagnosen mithilfe von fachlichem, gestuftem Material selbstständig begründen und erklären. Dadurch wurden nicht nur medizinische Inhalte vermittelt, sondern auch diagnostisches Denken und eigenverantwortliches Lernen gefördert.

Die Rückmeldungen aus dem Kurs sind durchweg positiv: Der Unterricht zum Thema Herz wurde als besonders anschaulich, abwechslungsreich und motivierend empfunden. Die Studie zeigt beispielhaft, wie moderne Lehrmethoden dazu beitragen können, komplexe Inhalte nachhaltig zu vermitteln – und macht Lust auf mehr forschendes Lernen im Schulalltag. Ein herzlicher Dank gilt der RWTH Aachen für die Zusammenarbeit und die Möglichkeit, Teil dieser spannenden Forschungsarbeit zu sein!

Dr. D. Heffels