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Versailles hautnah: Geschichtskurs simuliert Friedensverhandlungen von 1919

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Augenblicklich, sobald die französischen Vertreter im Konferenzsaal den Beginn der Verhandlungen einläuteten, richteten sich alle Augenpaare auf das Zentrum des Raumes. Gebannt warteten die Schüler:innen von Herrn Willes Geschichtskurs auf den Beginn der nachgestellten Verhandlungen des Versailler Vertrags. Die Entscheidungsmacht über die Härte des Urteils lag somit allein in den Händen der Anwesenden. Am 28. Juni 1919 trat der Versailler Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten in Kraft. Er beendete vertraglich den ersten Weltkrieg und legte die Kriegsschuld klar beim Deutschen Reich fest. Für das Deutsche Reich bedeutete der Vertrag hohe Zugeständnisse, viele Gebiete mussten abgegeben und hohe Reparationen geleistet werden.

Der Versailler Vertrag wurde auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 von den Siegermächten verhandelt. Das Deutsche Reich hatte dabei kein Mitspracherecht. Für die Inszenierung des Versailler Vertrags in unserem Geschichtskurs wurden die Schüler:innen in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe repräsentierte ein Land. So wurden das damalige Deutsche Reich, Frankreich, Großbritannien, die Schweiz und die Vereinigten Staaten von den Schüler:innen vertreten. Nach einiger Vorbereitung wurde erneut über die Punkte der Kriegsschuld, der Reparationen sowie über Deutsche Gebiet und den Deutschen Militärapparat verhandelt. Die Schüler:innen mussten sich dabei immer zwischen drei Optionen entscheiden, die sehr starke, bis wenige Auswirkungen auf das Deutsche Reich mit sich ziehen würden. Genau wie in den echten Friedensverhandlungen einigten sich die Schüler:innen, die Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten vertraten auf die Optionen, die Deutschen Vertreter hatten keinen Einfluss. Die Gruppe der Schweiz nahm ebenfalls nicht aktiv an der Verhandlung teil, übernahm aber die wichtige Aufgabe der bildlichen Dokumentation. Das Ergebnis der Friedensverhandlung in Jülich hat viele Parallelen zum Ergebnis der Versailler Verhandlungen, in manchen Punkten wichen jedoch die Entscheidungen der Schüler:innen von diesen in Versailles ab. So legten die Schüler:innen ebenfalls die Kriegsschuld beim Deutschen Reich fest. Bei der Frage der Kriegskosten oder die Existenz des Rheinlandes entschied man sich jedoch milder. Für die Schüler:innen war die Nachstellung der Versailler Verhandlungen eine spannende und abwechslungsreiche Stunde, welche die Unterrichtsthemen noch greifbarer gemacht hat. Zudem diente die Nachstellung der Verhandlungen rückblickend dazu den Zweck der getroffenen Entscheidungen der Alliierten besser nachvollziehen zu können.

Maila Boner, Carla Eder (Q1)