Erzählcafés für NS-Verfolgte in Köln

Im Café der nahe am Hauptbahnhof gelegenen „Residenz am Dom, treffen sich alle 14 Tage etwa 40 NS-Verfolgte und ein Team Freiwilliger unter der Leitung des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.

Der Austausch, die Begegnung, die Beratung und Möglichkeit der Unterstützung bei Alltagsfragen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden von den Überlebenden gerne wahrgenommen. Besonders im Alter ist ein sozialer Bezug dieser besonderen Gruppe lebenswichtig. Diese Begegnungscafés sind nicht öffentlich, da aufgrund des erlittenen Schicksals eine besondere Verletzlichkeit und ein Schutzbedürfnis besteht. Für die Öffentlichkeit und besonders für Schülerinnen, Schüler, Studentinnen, Studenten, Jugendgruppen und Multiplikatoren sind die etwa alle zwei Monate stattfindenden öffentlichen Erzählcafés gedacht.

Hier erzählt ein Zeitzeuge aus seinem persönlichen Leben und von seiner Familie, die unter der NS-Terrorherrschaft gelitten hat. So wird ein Ausschnitt einer geschichtlich relevanten Zeit in einer anderen, persönlich erfahrenen Perspektive für die ZuhörerInnen und die junge Generation zugänglich gemacht. Durch einen anschließenden Austausch und Fragen an den Erzähler und auch die anderen Zeitzeugen kann ein intensiver Bezug zu der Zeit der Diktatur entstehen. Damit ist die Chance gegeben, sich mit Fragen der Gewaltprävention, der Ausgrenzung, des Fremdenhasses und Antisemitismus persönlich auseinander zu setzen.

Die Zeitzeugen erfahren Wertschätzung dadurch, dass ihre persönliche Geschichte wichtig und interessant für die ZuhörerInnen und junge Menschen ist. SchülerInnen haben die Möglichkeit zur Zeitzeugenbegegnung.

Informationsblatt zum Erzählcafé