Am 3.7. sind wir, zehn Schülerinnen und Schüler, zusammen mit Herrn Bähr nach der sechsten Stunde zum Forschungszentrum aufgebrochen, wo zwei russische Kosmonauten und ein amerikanischer Astronaut in einem Vortrag spannende Einblicke in Ihr Leben und ihre Erfahrungen im All und auf der ISS gaben.
Nach einigem Warten im Schülerlabor, dem JuLab, kamen die Herren, die sich aufgrund einer internationalen Raumfahrertagung in Köln während dieser Tage in Deutschland befanden, und wurden durch einen kräftigen Applaus begrüßt.
Jeder von Ihnen brachte uns im Folgenden sein Leben im All auf ganz unterschiedliche Weise näher. So erklärte der erste russische Kosmonaut, der sich momentan auf seinen nächsten Weltraumflug im kommenden Jahr vorbereitet, über eine Dolmetscherin, die simultan ins Englische übersetzte, einige der Experimente, die während seines sechsmonatigen Aufenthalts auf der Internationalen Raumstation durchgeführt wurden, näher. So liefert beispielsweise die genaue Überwachung und Erfassung sämtlicher Vitalfunktionen der Astronauten während ihres Aufenthaltes im All und der Vergleich mit den entsprechenden Werten, die vorher auf der Erde aufgenommen wurden, wichtige Informationen darüber, wie sich das dauerhafte Leben außerhalb unserer Erde beispielsweise bei einer mehr als zwei Jahre langen Marsmission auf den menschlichen Körper auswirkt. Aber auch andere biologische Experimente wie beispielsweise die Untersuchung des Wachstums verschiedenster Pflanzen oder physikalische Untersuchungen wie die Verbrennung von Treibstoffen in der Schwerelosigkeit spielen auf der ISS, die aus einem russischen und einem amerikanischen Teil besteht, eine wichtige Rolle.
Sein russischer Kollege, der ebenfalls für eine halbes Jahr in der Raumstation gelebt hat, berichtete uns anschließend u.a. über das alltägliche Leben im All und den Aufbau in der ISS. So schlafen Astro- und Kosmonauten beispielsweise in Schlafsäcken an den Wänden der Station, um nicht umherzufliegen, und müssen das Duschen, das wegen des Verhaltens des Wassers, welches in der Schwerelosigkeit aufgrund seiner Oberflächenspannung als Tropfe umher schwebt, erst erlernen und üben.
Der amerikanische Astronaut, der während zweier Flügen insgesamt 20 Tag im All verbrachte, erzählte schließlich u.a. davon, wie es ist, sich nach einem längeren Aufenthalt in der Schwerelosigkeit wieder auf der Erde zurecht zu finden. So schaltet unser Hirn beispielsweise im All den Reflex, den Körperschwerpunkt so auszubalancieren, dass man nicht vorne überkippt, ab, da ein Hinfallen in der Schwerelosigkeit ja gar nicht möglich ist. Zurück auf der Erde kann dies einige Stürze zur Folge haben, bis sich der Körper wieder umgewöhnt hat. Auch das Abstoßen vom Bett, um z.B. in das gegenüberliegende Badezimmer zu fliegen, funktioniert in der Schwerelosigkeit besser als im heimischen Schlafzimmer.
Am Ende gab es dann nochmals die Möglichkeit Fragen zu stellen, bevor wir dann per Bus zurück nach Jülich gefahren sind.
Alles in allem war es für uns ein wirklich interessantes Erlebnis mit vielen spannenden und lustigen Momenten, an die man sich sicher noch lange erinnern wird.
Rebecca Rodrigo




