Der Kulturbahnhof Jülich füllte sich am 11.05. um kurz vor 16 Uhr mit vielen Eltern, Großeltern, Kindern und Lehrern, die zusehen wollten, wie die Theater-AG der 5.- 9. Klassen ihre Interpretation von William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf die Bühne bringen würden. Vereinzelt sah man noch grüne Elfen durch den Saal flitzen, voller Vorfreude und Erwartung. Dann wurde es dunkel und das altbekannte Liebes-Spektakel mit Verwechslungen, Zauber und Magie konnte beginnen.
Pia Pflugfelder und Viviana Gerstengabe besetzten die Schüler:innen geschickt. Es war eine gute Entscheidung das Herrscherpaar Theseus (Nils Schröder) und Hippolyta (Jana Grad), sowie die Liebenden, Puck (Frederik Averesch) und Egerus (Maxim Zoriy) von Schüler:innen der Mittelstufe spielen zu lassen. Überzeugend präsentierten sie dem Publikum die Irrungen und Wirrungen der Liebe.
Gleich zu Beginn wird der Konflikt um die Heirat zweier Paare eingeführt. Lysander (Carolin Forst) ist in Hermia (Smilla Meier) verliebt. Egeus, der Vater von Hermia möchte jedoch, dass seine Tochter den Aristokraten Demetrius (Emil Pflugfelder) heiratet. Hermias Freundschaft zu Helena, die wiederum in Demetrius verliebt ist, tut ihr übriges und die Paare fliehen, enttäuscht von Vorschriften der Gesellschaft, in den attischen Wald. Dort treffen die beiden Paare und die Handwerker auf Feen und Elfen und werden in die Auswirkungen eines Ehestreites des Elfenpaares Oberon (Wilfrid Sachse) und Titania (Elija Freifrau von Lüninck) hineingezogen. Damit verbunden sind die Erlebnisse der Handwerker (Korbinian Pettrak, Freya Ngamou, Elisa Zimmermann, Anjo Pflugfelder, Julia Hausen), die für die Feierlichkeit des Fürsten im angrenzenden Wald von Athen ein Theaterstück proben. Als dieses am Ende als Stück im Stück aufgeführt wird, offenbart sich, dass Elisa Zimmermann als Verkörperung der Mauer als heimlicher Star des Nachmittags gesehen werden kann.
Der Wald, der die Unordnung und Liebesverwirrungen am Vordergrund der Bühne durch Bäume und Kissen darstellt, wird zur Wirkungsstätte von Puck, dem bedeutendsten Fabelwesen. Charmant verspielt setzt Frederik Averesch die Anweisungen des Oberon um, und man merkt seinem Spiel den Spaß und den Hang zum Schabernack an, mit dem er den verliebten Menschen ihr närrisches Verhalten, trotz seiner Irrtümer, spiegelt.
Anjo Pflugfelder verkörperte energiegeladen den Zettel und wagte sogar einen temperamentvollen Tanz auf der Bühne, der vom Publikum durch rhythmisches Klatschen gerne unterstützt wurde.
Das Stück wurde gerahmt von gelungener musikalischer Unterstützung durch Andrea Daun, Michael Daun, Sophie Gerstengarbe, Hanna Grüdl und Emma Linder. Am Klavier spielte Peter Schulz. Die musikalischen Darbietungen waren gekonnt in das Stück integriert und sorgten für eine gelungene Verzahnung von Plot und Musik. So beeindruckten die Elfen (Mila Badreddine, Alica Hoen, Greta Hoen, Sonora Gregory, Pia Sandkaulen) teilweise mit perfektem englischem Gesang die Zuschauer.
Insgesamt schaffte es die Theater-AG den Klassiker, in einer gut spielbaren Überarbeitung von Michael Assies, einer neuen Generation von Kindern nahezubringen. Die Eltern, Großeltern und Lehrer waren stolz auf die Darbietung der Schüler:innen der Theater-AG des Gymnasiums Zitadelle.
M. Tavernier




