Von Supercomputern und Kaffeemühlen: Ein spannender Exkursionstag im Forschungszentrum Jülich

Am 6. November tauschten die MINT-Kurse der Jahrgangsstufe 10 das Klassenzimmer gegen die Labore des Forschungszentrums Jülich. Ziel der Exkursion war das JuLab, wo die Kurse für Naturwissenschaften und Energietechnik (NW), Umweltwissenschaften und Informatik in spezialisierte Fachbereiche eintauchten. Mein eigener Kurs, der NW-Kurs, widmete sich dem Schwerpunkt Radioaktivität. Zur Vorbereitung hatten wir bereits im Unterricht die physikalischen Grundlagen und die verschiedenen Strahlungsarten besprochen. Pünktlich um 8 Uhr morgens startete der Tag am Haupteingang des Zentrums. Nach der obligatorischen Sicherheitsprüfung und der Ausgabe der Besucherausweise erhielten wir zunächst eine allgemeine Einführung in die Arbeit des Forschungszentrums sowie eine Orientierungshilfe für künftige berufliche Laufbahnen in der Wissenschaft.

Im Anschluss ging es in das Labor: Dort durften wir aus einer Vielzahl an Experimenten rund um das Thema Radioaktivität wählen. Ein besonderes Highlight war die Führung durch den ehemaligen Forschungsreaktor. Wegen seiner markanten Bauform wird dieser auch „Kaffeemühle“ genannt. Wir hatten die seltene Gelegenheit, das Bauwerk von innen zu besichtigen und vom Dach aus den Ausblick über die Forschungslandschaft zu genießen, bevor wir unsere Versuchsreihen im Labor abschlossen.

Parallel dazu beschäftigte sich der Kurs Umweltwissenschaften mit innovativen Energieträgern. Im Zentrum stand die Brennstoffzelle auf Zuckerbasis. In einem zweistufigen Experiment stellten die Schüler:innen zunächst reines Ethanol (Alkohol) her, um dieses im zweiten Schritt als „Treibstoff“ für eine Brennstoffzelle zu nutzen. Abgerundet wurde das Programm durch einen Rundgang durch verschiedene Fachlabore, bei dem die Teilnehmenden hautnah miterlebten, wie professionelle wissenschaftliche Arbeit heute aussieht.

Die Informatikkurse erhielten in einer Vorlesung Einblicke in die Welt der Hochleistungsrechner. Sie lernten, welche komplexen Vorbereitungen nötig sind, damit Programme auf einem Supercomputer wie dem JUPITER laufen können. Beeindruckend waren die technischen Eckdaten: Bei Volllast verbraucht dieser etwa 18 Megawatt Strom. Seine Warmwasserkühlung ist dabei innovativ, da die Abwärme teilweise zur Beheizung der umliegenden Gebäude genutzt wird. Ein weiterer Schwerpunkt war die Quanteninformatik. Die physikalischen Grundlagen von Quantencomputern wurden sehr anschaulich vermittelt, bevor der Kurs einen echten Quantencomputer des Forschungszentrums live bei der Arbeit beobachten und die Hardware aus nächster Nähe betrachten konnte.

Trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte trafen sich alle Kurse zur Mittagszeit im „Casino“, der Kantine des Forschungszentrums. Bei einer großen Auswahl an verschiedenen Gerichten konnten wir uns über die Erlebnisse der jeweils anderen Gruppen austauschen und die bisherigen Eindrücke verarbeiten. Der Tag in Jülich hat uns gezeigt, wie vielfältig moderne Forschung ist und welche spannenden beruflichen Möglichkeiten sich im MINT-Bereich bieten.

Klara Holzhauer (10D)