Schule der Zukunft

schule_der_zukunftDas Gymnasium Zitadelle wird zum dritten Mal als Schule der Zukunft ausgezeichnet. Diese Zertifizierung erhält eine Schule, wenn Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Ideen und Projekten sich für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung engagiert haben.

Seit der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 verfolgt man den Ansatz der Nachhaltigkeit, wenn man die Sicherung der ökologischen Lebens­grundlagen der Menschheit mit der internationalen Verteilungsgerechtig­keit in ökonomischer, sozialer und ökologischer Perspektive verknüpft. Im Entwicklungsprozess sollen globale Aspekte berücksichtigt werden und die Lebenschancen zukünftiger Genera­tionen einbezogen werden.

Um diese Auszeichnung zu erhalten, muss man mindestens drei der genannten Aspekte einer Bildung für Nachhaltigkeit nachweisen. Im Bereich Kooperation und Management ist gefordert, dass ein Team von mehreren Lehrern, Schüler mehrerer Lerngruppen, innerschulische Gremien und mehrere außerschulische Partner beteiligt sind. Im Bereich der Partizipation werden durch das Vorhaben Beteiligungsstrukturen genutzt oder neue geschaffen. Die schulische und außerschulische Öffentlichkeit wird über die Arbeit informiert. Die Projekte müssen im Schulprogramm verankert sein.

Die Kampagne “Schule der Zukunft”, die von der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes (NUA) koordiniert wurde, begann mit der Anmeldung 2012 und endete mit der Auszeichnungsfeier im März 2015. Die Auszeichnung erfolgte durch Frau Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung, und Herrn Johannes Remmel, Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW.

Die NUA-Kampagnen “Agenda 21 in der Schule” und “Boden will Leben” sind im Rahmen der UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014” als offizielle Dekade-Projekte anerkannt und ausgezeichnet.

Projektthemen 2012 – 2015 – Bildung zur Nachhaltigkeit am Gymnasium Zitadelle
    • (1) “Aktiv fürs Klima”
    • (2) “Dreieinhalb Erden”
    • (3) “Probleme der Massentierhaltung”
    • (4) Schulsanitätsdienst

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  • (5) “Global denken – lokal handeln (Latein, Philosophie, Kunst u.a.”
  • (6) “Ist unsere Erde noch zu retten?”
  • (7) “Schlafende Riesen”
  • (8) “Hand in Hand gegen die Flut”
  • (9) “Wasserschulgarten”
  • (10) “Kinder helfen Kindern”

 

(1) Aktiv fürs Klima:
das Gymnasium Zitadelle packt es an!

„Lebt die Menschheit weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei.“ (Ökologischer Fußabdruck steigt: Der Living-Planet-Report.; http://www.wwf.de/themen-projekte/biologische-vielfalt/reichtum-der-natur/der-living-planet-report/ Zugriff: 23.06.13)

Da uns jedoch nur eine einzige zur Verfügung steht, nimmt das Gymnasium Zitadelle Jülich seit Januar 2013 am Projekt „Aktiv fürs Klima“ teil. Gemeinsam mit anderen Jülicher Schulen und Kitas versuchen wir Energie einzusparen und den Klimaschutz langfristig in den Schulalltag zu verankern, um umwelt- und klimagerechter zu leben.

Das Projekt umfasst einen Zeitraum von drei Jahren. Angestrebtes Ziel ist es, den Energieverbrauch um 8% zu senken. Im Zuge dieses Projekts wurden einige Lehrer zu Klimaschutzbeauftragten ernannt, die die Aktivitäten in diesem Bereich in der Schule koordinieren und Ansprechpartner für Schüler und Kollegen sind. Gemeinsam mit Schülern und dem Hausmeister nehmen sie an Workshops teil, in denen sie über die Möglichkeiten, den Klimaschutz in die Schulen zu tragen, informiert und geschult werden. Gleichzeitig erfolgen im Auftrag der Stadt Jülich Begehungen der Schule, um mögliche bislang noch nicht entdeckte CO2 Einsparpotentiale zu erkennen und Wege zur Reduzierung aufzuzeigen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen jedoch die Schülerinnen und Schüler, die durch Schulungen und der Teilnahme an einer freiwilligen AG zu einem umwelt- und klimagerechten Handeln angeleitet werden. Zu diesem Zweck werden die Klassensprecher zu Klimabeauftragten benannt, die das richtige Lüften und den angemessenen Gebrauch der Beleuchtung im Klassenraum sorgen. Zu diesem Zweck wurden in der einmal wöchentlich tagenden Arbeitsgemeinschaft “Dreieinhalb Erden” Hinweisschilder für die Klassen- und Kursräume erstellt, die die AG-Teilnehmer schließlich auch verteilt und erläutert haben. Darüber hinaus wurden die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer dazu angehalten, die Umsetzung dieser Hinweisschilder zu unterstützen. Neben der Arbeit in der AG wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, um den Energieverbrauch weiterhin zu senken: So wurde die Raumtemperatur innerhalb der Schule um 1°C gesenkt, Schlüsselschalter zur manuellen Steuerung der Raumtemperatur verteilt und Hinweisschilder an den Kopierer gehängt, um lange und unnötige Standby-Zeiten zu vermeiden.

Bereits ein Jahr nach Projektbeginn gelang es dem Gymnasium Zitadelle, knapp 100.000 kWh Strom und Wärme im Vergleich zum Vorjahr und damit ca. 17.000 Euro einzusparen. Davon profitiert nicht nur die Stadt Jülich, knapp 4200 Euro fließen an die Schule zurück und stehen damit den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Insgesamt konnten die Jülicher Kitas und Schulen 200.000 kWh einsparen, womit schon 5% der angestrebten 8% CO2- Einsparungen erzielt worden sind. Dass die Bilanz bereits nach einem Jahr so positiv ausfällt, ist gleichermaßen Ansporn und Anerkennung für die Fortsetzung der Aktivitäten zum Klimaschutz. So sollen weitere Einsparpotentiale in der Schule identifiziert und genutzt werden. Zudem zeugt die erzielte hohe Energieeinsparung von der breiten Unterstützung durch Schülerinnen und Schüler bzw. Lehrerinnen und Lehrer und somit von einer gelungenen Sensibilisierung für das Thema, die auch im privaten Umfeld weitere Kreise ziehen wird. „Aktiv für das Klima“ macht damit nicht an den Schultoren halt, sondern wird auch zu weiteren Energieeinsparungen in den privaten Haushalten führen – ein weiteres wichtiges Ziel des Klimabündnisses ist damit ebenfalls erreicht.

http://www.gymnasium-zitadelle.de/2014/04/14/klimaschutz-am-gymnasium-zitadelle-zahlt-sich-aus/#more-7042

Ramona Jansen, Cornelia Jochims

(2) Dreieinhalb Erden:
die Umwelt- und Klima-AG des Gymnasiums Zitadelle

Im Erdkundeunterricht des Jahrgangs 7 (Schuljahr 2012/2013) gab es einige besonders interessierte Schülerinnen und Schüler, die ihre Augen nicht vor Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Hilfsbedürftigkeit in fernen Ländern verschlossen. Motiviert durch die Unterrichtsreihe “Wir essen den Regenwald auf”, entwickelte sich die Idee, sich weitergehend mit solchen Themen der Ausbeutung und Ressourcenvergeudung vor Ort und in fernen Ländern zu beschäftigen. Doch nicht nur 7er zeigten ihr Interesse, sondern auch Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 besuchten die AG von da an einmal wöchentlich für ein bis zwei Stunden.

Da die Ressourcenverschwendung ein zentrales Thema ist, beschäftigten wir uns zuerst mit dem ökologischen Fußabdruck, wodurch auch schnell der Name der AG entstanden ist. “Dreieinhalb Erden” steht für die Anzahl der Planeten, die wir benötigen, wenn wir weiter so handeln und konsumieren wie bisher. Um dies aufzuzeigen, wollten wir die Schüler informieren und erstellten Plakate über den ökologischen Fußabdruck. Im Zentrum dessen stand eine Umfrage, bei der vier Jahrgangsstufen sowie Lehrer teilnahmen. Am Ende dieser Reihe präsentierten wir unsere Ergebnisse in der Aula der Schule, um die anderen Schüler zu informieren und zu sensibilisieren.

Unsere zweite Aktion wurde durch das Projekt “Aktiv fürs Klima” motiviert. Um die von der Stadt Jülich vorgesehene CO2 – Minderung von 8% innerhalb von 3 Jahren zu erreichen, wurde die AG aktiv und entwickelte Ideen zur Senkung des Energieverbrauchs. Neben der Senkung der Raumtemperatur und der Verteilung von Schlüsselschaltern an Lehrer zur manuellen Regulation der Raumtemperatur, sollte vor allem das Nutzerverhalten überdacht werden. So entwickelten die Schülerinnen und Schüler der AG Hinweisschilder, die in allen Klassen verteilt wurden, um über das richtige Lüften, die angemessene Nutzung der Beleuchtung und eine bewusste Mülltrennung zu informieren. Nach Fertigstellung verteilten die Schülerinnen und Schüler diese Schilder in den Klassen und informierten sie über die Notwendigkeit des richtigen Umgangs mit Energie.

Dass wir damit bereits bekannte Regeln wieder auffrischen und Lehrer und Schüler hinsichtlich des Nutzerverhaltens sensibilisieren konnten, zeigte die Energieeinsparung von 100.00 kWh im Laufe eines Jahres, die von der Stadt Jülich mit einer Bonuszahlung belohnt wurde und nun den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht. Zudem folgte ein Interview beim Radio Rur, bei dem wir über unsere Aktionen berichten konnten.

Das Motto des dritten Themas lautete “Urlaubszeit = Vermüllungszeit?” und thematisierte einen möglichst natur- und energieschonendes Verhalten im Urlaub. Dazu inszenierten einige angehende Abiturienten typische Strandszenen, bei denen vor allem der Müll und deren Entsorgung im Vordergrund standen. Im Rahmen der AG wurden die Fotos bearbeitet und um Regeln und Tipps zu einem nachhaltigen Verhalten ergänzt. Denn wer benötigt schon jeden Tag ein frisches Handtuch, ein tägliches Vollbad oder muss sich den Teller am Buffet so zuschaufeln, dass doch mehr als die Hälfte im Müll landen? Auch im Urlaub sollte man Rücksicht auf Energie, Wasser- und Lebensmittel nehmen, um die Natur und deren Bewohner zu schonen!
Für das kommende Schuljahr sind schon einige Themen geplant, die die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens aufzeigen sollen, so z.B. Felle an den Kragen unsere Kleidungsstücke! Ein Thema, das noch vor der Winterkollektion zur Sprache gebracht werden muss!

Ramona Jansen

(3) Probleme der Massentierhaltung:
Unsere Verantwortung als Konsumenten

Massentierhaltung mit ihren fatalen Konsequenzen für die Gesundheit der Konsumenten, für die Natur, für die wirtschaftlichen Verhältnisse in den Entwicklungs- und Schwellenländern, für die Welternährung insgesamt und nicht zuletzt für die unter solchen Bedingungen gehaltenen Tiere selbst bildete in der Jahrgangsstufe Q1 den Schwerpunkt der Unterrichtsreihe über Hans Jonas’ Verantwortungsethik. Damit will das Fach Philosophie einen Beitrag zum Projekt „Schule der Zukunft“ leisten.

Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik mit Hilfe des Films „We Feed The World. Essen global“ informierten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst in Form von arbeitsteiligen Gruppenprojekten über die negativen Folgen der Massentierhaltung: z.B. Gesundheitsgefährdung der Konsumenten durch Antibiotika und Hormone im Tierfutter, Auswirkungen auf das Klima und das Grundwasser, Verarmung der Bauern in Entwicklungs- und Schwellenländern, Über- und Unterernährung sowie die in weiten Teilen als Tierquälerei zu bezeichnenden Zustände in den Ställen und Schlachthäusern. Ihre Ergebnisse präsentierten die Schülerinnen und Schüler anschließend in den Kursen.

In einem zweiten Schritt setzten sie sich mit Jonas’ Verantwortungsethik auseinander. Angesichts der negativen langfristigen Auswirkungen moderner Technologien auf den Menschen und die Natur fordert Jonas eine neue Ethik mit einem Imperativ, der an den neuen Typ menschlichen Handelns angepasst ist: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ Danach ist alles zu unterlassen, was die Existenz und das Wesen des Menschen sowie die Eigenwürde der Natur gefährdet.

Bezogen auf die herausgearbeiteten Probleme kamen die Schülerinnen und Schüler zu dem Schluss, dass die Massentierhaltung Jonas’ Imperativ gemäß aufgegeben werden müsse, und sie suchten nach Lösungen für die Möglichkeit einer solchen Aufgabe: z.B. Änderungen in der wirtschaftlichen Struktur, in unserer Haltung Tieren und der Natur gegenüber und besonders in unserem Konsumverhalten.

Die wichtigsten Ergebnisse wurden auf Plakaten festgehalten, die im PZ unserer Schule ausgestellt waren.

Dr. Ruth Spiertz

(4) Der Schulsantitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst (SSD) am Gymnasium Zitadelle ist im Schulprogramm verankert und läuft organisatorisch im Rahmen einer AG ab.
Folgende am Schulleben Beteiligte sind Teil dieser AG:

• Die Lehrkraft, die zugleich als Erste – Hilfe – Ausbilderin im Rahmen des Schulsanitätsdienstes fortgebildet ist
• Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 aufwärts, die einen verbindlichen Erste – Hilfe – Lehrgang (acht Doppelstunden) bei der Ausbilderin absolvieren und sich verpflichten, mindestens ein Kalenderjahr als SchulsanitäterInnen Dienst gemäß des Einsatzplanes zu übernehmen.

Was ist der Schulsanitätsdienst?
Der Schulsanitätsdienst ist eine Initiative, die vom Jugendrotkreuz gefördert und unterstützt wird. Er ergänzt und sichert die Erste – Hilfe – Versorgung an der Schule. In Erste – Hilfe – ausgebildete Schülerinnen und Schüler stellen im Rahmen des Schulsanitätsdienstes mit ihrer Kooperationslehrerin die Erstversorgung im Falle von Unfällen, Verletzungen und Krankheit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicher. Die Schulsanitäter/-innen vertiefen und erweitern ihr Wissen zur Ersten Hilfe ständig.

In diesem Sinne ist das primäre Ziel des Schulsanitätsdienstes zu helfen. Damit leistet er – auch im Sinne des präventiven Gedankens- einen Beitrag zur Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel, Selbstbestimmung und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.

Dienst tun die Schulsanitäter/- innen nicht nur gemäß Dienstplan in den großen Pausen, sondern auch bei Schulveranstaltungen (z.B.: Weihnachtsbasar). Sie dokumentieren ihre Einsätze im Verbandbuch und sind zusammen mit ihrer Kooperationslehrerin für das Sanitätsmaterial zuständig. Im Weiteren weisen sie auf Gefahrenquellen hin und/ oder beseitigen diese.

Als außerschulischer Lernpartner steht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit seiner Jugendrotkreuzabteilung zur Verfügung. Der letztgenannte Aspekt erleichtert den Einbezug außerschulischer Lernorte, wie z.B. den Besuch einer Rettungsleitstelle oder das Kennenlernen eines Rettungswagens mit seiner spezifischen medizinischen Ausstattung.

In unserer Gesellschaft kommt sogenannten Schlüsselqualifikationen eine zunehmend höhere Bedeutung zu. Diese Eigenschaften, die dem Sozialverhalten zugeordnet werden können und so verschiedene Merkmale wie Motivation, Umgangsformen oder Selbstständigkeit umfassen, werden z.T. im Rahmen der Erste – Hilfe – Ausbildung erworben und im aktiven Schulsanitätsdienst – Einsatz trainiert.

Die Entwicklung von umsichtigem Verhalten, Engagement für andere und Toleranz im Miteinander lässt sich auch neben der klassischen Erste – Hilfe – Ausbildung auch im Zuge der Auseinandersetzung mit weiteren Themen sichern, z.B.:

Gesundheitserziehung:
• Hygiene in der Schule (Sauberkeit, Abfallbeseitigung, Unfallquellen)
• Unser Ohr – ein empfindliches Organ (Lärmschutz z.B. beim Arbeitsschutz, beim Discobesuch, zumutbare Höchstgrenzen)

Umwelterziehung:
• Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht!
• Auswirkungen des Klimawandels
• Sparsamer Umgang mit Energien

Verkehrserziehung:
• Verhalten im Straßenverkehr
• Mein Schulweg (Verhalten im Schulbus, Sicherheitserziehung etc.)

Werteerziehung:
• Eine Welt!
• Werte des menschlichen Zusammenlebens in Bezug auf die Gesellschaft, in der wir leben wollen
• Notfallseelsorge, Notfallnachsorge

Neuheit seit dem Schuljahr 2013/14: Öffnung des SSD für Schülerinnen und Schüler der Klasse 5.
Ausbildung zu Juniorhelfern und Juniorhelferinnen; Grund: starkes Interesse der Jüngsten des Gymnasiums an sozialem Engagement
Juniorhelfer stehen den Sanis (ab Klasse 7) als vollwertige Hilfe zur Seite; Vorteil: allmähliches Hineinschlüpfen in die Verantwortlichkeit eines Ersthelfers;
Angelegt als langfristig angelegtes Schulentwicklungsvorhaben:
Ausweitung des Engagements der Sanis: Neben dem Einsatz gemäß Dienstplan in den Großen Pausen Ausweitung des Einsatzes bei Schulfesten: anfangs nur Einsatz beim Weihnachtsbasar, jetzt auch bei weiteren Veranstaltungen (Abiturentlassfeier, Abigag)
Weitere Einsatzbereiche sind angedacht: Dienst bei Sportfesten und Schulturnieren
(Ausbilderin in Erste – Hilfe im Rahmen des Schulsanitätsdienstes)

Melanie Landen

(5) Schaut nur, wie viele Sachen die Athener zum Leben brauchen? – Und wir?

Dokumentation des Projektunterrichts im Fach Latein zum Thema:
Was würde Diogenes zu unserem Konsumverhalten sagen?

IDEE: In den letzten beiden Wochen vor den Sommerferien hat die Klasse 8 b) im Fach Latein ein Projekt zum Thema „ Was würde Diogenes zu unserem Konsumverhalten sagen?“ durchgeführt. Ausgelöst wurde dieses Projekt, als wir im Unterricht lateinische Texte über Diogenes übersetzten und über seine kynische Philosophie diskutierten. Gefragt danach, was Diogenes zu unserem Lebensstil sagen würde, begann eine Diskussion darüber, worauf wir verzichten könnten, ohne Lebensqualität einzubüßen, bzw. ob wir durch Verzicht vielleicht sogar glücklicher werden könnten, wie Diogenes vorhergesagt hat. So entstand die Idee, über unser Konsumverhalten und dessen Folgen nachzudenken und damit Diogenes` Lehren in unsere heutige Zeit zu transferieren.

UMSETZUNG: Die Erarbeitung der Projektinhalte erfolgte in Gruppenarbeit, die Ergebnisse wurden auf Plakaten zusammengestellt und der restlichen Lerngruppe vorgetragen. Eine Gruppe stellte Informationen zum Leben und den Lehren des Diogenes zusammen. Die zweite Gruppe analysierte das Konsumverhalten der Klasse. Hierzu erstellte sie Fragebogen, die sie anschließend auswertete. So erhielten wir Auskünfte über die monatlichen Einkünfte der Klasse (Taschengeld, selbstverdientes Geld,…), ihre Ausgaben, ihre Interesse danach, ob Produkte fair produziert und gehandelt wurden, und den zusätzlichen Geldbetrag, den sie ausgeben würden, falls Produkte diese Qualitäten aufweisen können. Es stellte sich heraus, dass die meisten breit sind, mehr für faire Ware oder Bioprodukte auszugeben. Die restlichen drei Arbeitsgruppen erarbeiteten, welche Probleme unser Konsumverhalten auslöst und wie wir aktiv etwas ändern können, beispielsweise an den Produktionsbedingungen in den 3.Welt-Ländern oder zum Schutze der Umwelt, indem wir anders, nämlich weniger und bedachter konsumieren.

Zum Abschluss unseres Projekts durften wir am Mittwoch, dem 4.7.12, Frau Dr. Tanja Grüdl von der Initiative „Konsum um jeden Preis“ begrüßen, die uns über die Ziele und Aktionen ihres Vereins informierte. Frau Grüdl berichtete uns engagiert von ihren persönlichen Motiven und ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. Durch reichhaltiges Material, das von Texten, über Poster bis zu kleinen Filmen reichte, kam eine lebhafte Diskussion zustande, die uns zum Nachdenken alarmierte. So gab uns Frau Grüdl viele Anregungen, wie wir durch geringen Verzicht und bewussten Konsum viel Positives bewirken können, wie beispielsweise weniger Fleisch und dafür Biofleisch essen oder weniger Schokolade und dafür fairproduzierte und fairgehandelte Schokolade kaufen. Bewusster und sparsamer Umgang mit Energie stellte sich bei unserer Diskussion als einzige Lösung des Energieproblems heraus. Komplexere Zusammenhänge, wie dass wir durch den Kauf von saisonalem und regionalem Gemüse gleichzeitig CO2 reduzieren, machten uns nachdenklich.

FAZIT und AUSBLICK: Da einige Schülerinnen und Schüler großes Interesse an dem Projekt bekundet haben und noch viele weitere Fragen an Frau Grüdl stellen wollten und Frau Grüdl ihrerseits von dem Engagement der Lerngruppe angetan war, wollen wir in Zukunft in Kontakt bleiben und weitere gemeinsame Projekte realisieren. Frau Grüdl schlug beispielsweise eine konsumkritische Stadtführung vor, die sich im Fach Politik für 8. und 9. Klassen eignen würde und von einer anderen Aktiven ihrer Initiative durchgeführt werden könnte.

Schüler erkunden die Innenstadt aus einer anderen Perspektive – Sie waren am Mittwoch, dem 19.12.12, nachmittags in der Jülicher Innenstadt, um noch schnell ein paar Einkäufe für das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest zu besorgen? Und da haben Sie sich noch gefragt, warum vor einem Jeansladen SchülerInnen unserer Schule mit Schilder versehen in einer Reihe standen? Wir, das sind interessierte SchülerInnen der 8.Klasse und ihre Politiklehrerin Frau Pflugfelder, können es Ihnen erklären. Mit Hilfe der Ländernamen, die auf den Schilder standen, haben wir den Weg einer Jeans, angefangen beim schwedischen Modedesigner über Asien, Osteuropa wieder Asien bis Deutschland nachgestellt. Dies war Teil der konsumkritischen Stadtführung, die Frau Morlot Passadakis von der Initiative „Konsum um jeden Preis?“ mit uns durchgeführt hat.

Anhand eindrucksvollen Materials zeigte sie uns an verschiedenen Stellen der Innenstadt, welche Folgen unser Konsum für die Menschen in den herstellenden Ländern hat. Nur etwa 40 Cent des Preises, den wir für einen neuen Schuh zahlen, geht beispielsweise als Lohn an die Näherinnen. Auch die Umwelt hat unter unserem Konsumverhalten zu leiden. 20 t Giftmüll entstehen bei der Produktion eines Goldrings. Die Herstellung eines Handys, das auf dem Wunschzettel vieler Schüler steht, verursacht ebenfalls große wirtschaftliche und sozialpolitische Probleme in den Produktionsländern wie dem Kongo. Diese und andere Informationen machten uns nachdenklich und führten uns am Ende der gut einstündigen Führung zu der Frage, was wir als Konsumenten gegen die vielen Missstände machen können. Frau Morlot Passadakis konnte uns dazu fünf wichtige Tipps mit auf den Weg geben:
1) Informiere dich gut über Material, Herkunft und Produktion des Produktes! –
2) Frage dich, ob du das Produkt wirklich brauchst! –
3) Gibt es das Produkt auch gebraucht? –
4) Prüfe Werbung stets kritisch! –
5) Erhebe deine Stimme am besten gemeinsam mit anderen gegen unmenschliche und/oder umweltzerstörende Produktionsbedingungen! –

Nach einem gemeinsamen Diogenes-Projekt vor den Sommerferien war dies bereits die zweite Zusammenarbeit mit der Initiative für Konsumkritik, bei der wir uns herzlich bedanken wollen, insbesondere bei Frau Morlot Passadakis dafür, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns anschaulich und gut verständlich den kritischen Umgang mit Konsum näher zu bringen.

Pia Pflugfelder

(6) Ist unsere Erde noch zu retten?

Um diese Frage zu klären, erstellten die Klassen 8a) und 8 d) Umweltzeitungen (s. Anlage 4), in denen sie unterschiedliche Aspekte dieses komplexen Themas in verschiedenen Artikeln beleuchteten. In Zweier- und Dreiergruppen unterteilt recherchierten die Schülerinnen und Schüler weitgehend selbständig zu ihren Themen und arbeiteten fächerübergreifend, indem sie viel Fachwissen aus den naturwissenschaftlichen Fächern einfließen ließen.

Anschließend wurden die Arbeitsergebnisse und die entstandenen Artikel im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Pia Pflugfelder

(7) „Schlafende Riesen“

„Schlafende Riesen“ heißt ein Projekt, das von der Bergischen Universität unter Leitung von Ulrich Weiß konzipiert wurde. Hinter dem geheimnisvollen Namen verbirgt sich eine Internet-Anwendung, kurz „Wiki“ genannt, die eine Ansammlung von Informationen über die Art und Weise, wie Unternehmen in ihren Produktionsabläufen die Natur und die Menschenrechte missachten, zugänglich macht.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen haben die Studentinnen Veronika Moll und Corinna Wolff mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zitadelle intensiv an dieser ambitionierten Webseiten-Spezial-Enzyklopädie gearbeitet. Bei der Abschlussveranstaltung erläuterte die ehemalige Zitadellen-Schülerin Veronika Moll die Hintergründe der Zusammenarbeit: „Wir haben uns dazu entschieden, das Wiki gemeinsam mit den Schülern des Gymnasiums Zitadelle zu bearbeiten, da das Gymnasium schon mehrmals als ‚Agenda 21 Schule‘ ausgezeichnet wurde. Zudem benötigt jeder Schüler einen Computer zur Arbeit am Wiki, und damit ist das Gymnasium bestens ausgestattet.“ Die Hauptartikel der Web-Anwendung beschreiben den Umgang der Unternehmen mit ihren Mitarbeitern, deren Achtung von Kinderrechten, Transparenz bezüglich Umwelt- und Verbraucherschutz, das Verhalten an internationalen Finanz- und Kapitalmärkten und die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung.

Dazu haben die Kursteilnehmer diverse Wiki-Artikel analysiert und selbst erarbeitete Informationen hinzugefügt. Als Nebenaspekt wurde das eigene Konsumverhalten kritisch hinterfragt. Ein weiteres Ziel war, den Schülern den selbstständigen und eigenverantwortlichen Umgang mit Netzinhalten zu vermitteln und ihnen die wesentlichen Aspekte für das Schreiben eigener Artikel, die zur Veröffentlichung im Internet vorgesehen sind, aufzuzeigen. Jessica Brennecke, Lehrerin des Kurses der Zitadelle, zog ein positives Resümee zur Arbeit am Wiki: „Ich bin begeistert, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den Studentinnen und meinen Schülern klappt. Da die Jugendlichen sich auch in ihrer Freizeit viel mit dem Internet beschäftigen, ist es wichtig, dass sie lernen, kritisch zu reflektieren. Das Wiki ist eine tolle Idee.“ Für die Zukunft wünschen sich die am Projekt Beteiligten, dass sich noch mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Wiki auseinandersetzen und es als Nachschlagewerk zum Thema Nachhaltigkeit genutzt wird.

Jessica Brennecke / Veronika Moll

(8) „Hand in Hand gegen die Flut“:
Die Spendenaktion des Gymnasiums Zitadelle – Die Spendenaktion

Kurz vor den Sommerferien startete die ehemalige 7c eine Spendenaktion zur Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Mithilfe von Kuchen- und Hotdog-Verkauf sowie durch Sammelaktionen in allen Klassen und Jahrgangsstufen des Gymnasiums Zitadelle und der Jülicher Innenstadt kamen stolze 1025 Euro zusammen, die über das Deutsche Kinderhilfswerk an die Kitas „Storchennest“ und „Spielinsel“ in Magdeburg gespendet wurden. Tolle Aktionen wie „Be smart, don´t start“ der ehemaligen Klasse 6 von Frau Egberts sowie eine großzügige Spende der Tanz-AG unter Leitung von Frau Gündel bereicherten unsere Einnahmen in besonderem Maße. Herzlichen Dank an alle! – „Wir sind von der Hilfsbereitschaft nach wie vor fasziniert.“, teilte uns Adrian Einecke, Bereichsleiter der Tagesbetreuung in Magdeburg, mit. Mithilfe vieler Geldspenden und der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Helfer seien bereits einige Fortschritte zu verzeichnen. So konnten bisher alle Untergeschossräume renoviert und mit neuen Fußböden ausgelegt, Sand für die Spielflächen wiederbeschaffen und neue Möbel und Sportgeräte bestellt werden. Dennoch warten noch einige Arbeiten auf die Helfer, wie die Fertigstellung und Ausstattung des Mehrzweckraums (Boden, Wände), die Einrichtung und Fertigstellung der Kleingruppen- und des Snoezelenraums (Ruhe- und Entspannungsraum) sowie die Aufarbeitung der Außenspielanlagen. Doch „Hand in Hand“ werden auch die übrigen Sanierungsarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden können.

Ein besonderer Dank
Ein herzliches Dankeschön richtet sich abschließend an die ehemalige 7c, die sich ideenreich und tatkräftig fürdie beiden Kitas eingesetzt hat! Als kleines Dankeschön erhält sie eine Urkunde des Deutschen Kinderhilfswerkes und bewahrt hoffentlich das gute Gefühl, sich für ein soziales Projekt engagiert zu haben.

Ramona Jansen

Aktion Wasserbüffel -Die Klasse 8d des Gymnasiums Zitadelle Jülich mit ihrer Lehrerin Magdalena Miotke verkaufte mit Elternunterstützung selbstgebackenen Kuchen, Hotdogs und andere leckere Snacks. Damit erlösten die Schülerinnen und Schüler mehr als 400 €.
Diese ganze Summe spendete die Klasse für die Opfer von Erdbeben und Taifun auf den Philippinen in den Projektorten von Aktion Wasserbüffel.
Die Abiturientia 2012 der Zitadelle unterstützte die gute Aktion mit ebenfalls fast 400 €.

Magda Miotke

(9) Wasserschulgarten

http://www.gymnasium-zitadelle.de/aktivitaeten/wasserschulgarten/

 

(10) Kinder helfen Kinder

http://www.gymnasium-zitadelle.de/aktivitaeten/weihnachtsbasar/

 

Inhaltliche Aspekte der Agenda 21 – Bildung für Nachhaltigkeit

Ökologische Aspekte

(1) Hinter den angestrebten CO2-Einsparungen steht die Umwelt, die es zu schützen gilt. Durch das Aufzeigen ökologischer Auswirkungen aufgrund des praktizierten Konsum- und Lebensstils, der Mobilität und der Ernährung, werden die Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer in der Schule und privat angehalten, ihr Handeln zu überdenken und ein anderes Nutzerverhalten anzunehmen.

(2) Den Schülerinnen und Schülern wurden bei der Beschäftigung mit dem ökologischen Fußabdruck vor allem der Ressourcenverbrauch zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Konsumprodukten, beim Wohnen und Verkehr deutlich. Die Auswirkungen dessen auf die entsprechenden Länder wurden ebenso thematisiert und auch im Erdkundeunterricht behandelt.

(3) Den SchülerInnen wurden folgende ökologische Folgen der Massentierhaltung deutlich: Der hohe Wasserverbrauch und die extreme Verschmutzung des Grundwassers durch Fäkalien wirken sich negativ auf den Wasserhaushalt aus. Der sehr hohe Ausstoß von Methangasen durch die Rinder hat direkte Auswirkungen auf den Klimawandel. Der Anbau von Tierfutter – bedingt durch den hohen Nahrungsverbrauch der Tiere – zerstört in Brasilien den Regenwald und verringert insgesamt den Bestand an Ackerflächen für die Ernährung der menschlichen Bevölkerung.
(4) Gesundheitserziehung (Hygiene in der Schule, Unfallquellen), Lärmvermeidung(Lärmschutz, Discobesuch), Umwelterziehung: Sparsamer Umgang mit Energien)

(5) Durch die konsumkritische Stadtführung wurden die Schülerinnen und Schüler mit den ökologischen Auswirkungen ihres Konsumverhaltens konfrontiert und dazu angeregt, dies zu überdenken.

(6) Das Erstellen von einer Umweltzeitung im Politikunterricht bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ökologisches und sozial-politisches Wissen miteinander zu vereinen. So brachten die Schülerinnen und Schüler ihr ökologisches Wissen aus den Naturwissenschaften ein, um die politische Dimension der Umweltzerstörung zu erklären.

(7) Die Ökologie ist ein großer Bestandteil des Projektes “Schlafende Riesen”. Mit der Arbeit am Wiki gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zitadelle wollte ich vor allem erreichen, dass sie sich über Nachhaltigkeit bewusst werden und verstehen, was ein bewusstes Leben für die Natur bedeutet. So haben die Schülerinnen und Schüler beispielsweise über faire Produktionen von Kleidung und Lebensmitteln recherchiert und ihre Befunde im Wiki festgehalten.

Ökonomische Aspekte
(1) Im Vordergrund des Projekts steht die Energieeinsparung in Form von Strom und Wärme, um den CO2-Ausstoß der Stadt Jülich zu senken und damit zum Klimaschutz beizutragen.

(2) Das Projekt “Aktiv fürs Klima” verdeutlichte unter anderem auch, dass der Verbrauch von Energie und die unsachgemäße Beseitigung vom Müll nicht nur der Umwelt schadet, sondern sowohl in der Gegenwart, aber vor allem in der Zukunft hohe Kosten verursacht.

(3) Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Massentierhaltung haben die SchülerInnen herausgearbeitet. Kleinbauern in Deutschland und in den Entwicklungs- und Schwellenländern können nicht mithalten und verarmen, weil Fleischprodukte aus Massentierhaltung zu Dumpingpreisen angeboten werden und am Markt für einen Preisverfall sorgen. Das Konsumverhalten der Bürger in den Industrieländern mit der extrem hohen Nachfrage nach Fleisch hat dazu beigetragen, dass Ressourcen und Nahrungsmittel verschwendet werden.

(4) Nachhaltiges Wirtschaften: Umgang mit Verbandmaterial, dessen Neubeschaffung unter Berücksichtigung des Kostenfaktors

(5) Die Schüler und Schülerinnen wurden dafür sensibilisiert, wie sie durch ihr eigenes Konsumverhalten ökologische Ressourcen schonen können.

(6) Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit selbst gewählten Aspekten rund um das Thema „Ist die Erde noch zu retten“ beschäftigt. Dabei reiche die Spannweite vom Umgang mit Ressourcenknappheit bei der Energieversorgung, die Auseinandersetzung mit alternativer Energieversorgung, Chancen und Grenzen des Recyclings bis zur Darstellung von Naturkatastrophen, die durch den Klimawandel versuchen werden können.

(7) Weiterhin haben die Schülerinnen und Schüler durch die Weiterentwicklung der Texte im Wiki herausgearbeitet, wie sehr Leben und Handeln jedes Menschen auf wirtschaftliche Aspekte abzielen. So haben sie beispielsweise die Herstellung von verschiedensten Produkten untersucht und dabei erfahren, dass sich Unternehmen nicht nur daran orientieren, ob es ökologisch tragbar ist, sondern auch, ob es wirtschaftlich für den eigenen Konzern ist.

Globale Aspekte
(1) Durch das Aufzeigen der globalen Auswirkungen aufgrund der Klimaveränderungen wurden die Schülerinnen und Schüler sensibilisiert und motiviert sich zu engagieren und ihr eigenes Handeln zu hinterfragen.

(2) Die Schülerinnen und Schülern haben gelernt, dass die Folgen ihres Handelns nicht nur lokale Auswirkungen haben, sondern sich auch auf Lebensräume am anderen Ende der Welt auswirken und sie sich als einzelne Person bewusst für oder gegen ein umwelt- und klimagerechtes Leben entscheiden können.

(3) Den SchülerInnen wurde klar, dass die Folgen der Massentierhaltung globale Ausmaße annehmen, besonders im Hinblick auf das Welternährungsproblem. Während u.a. der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern zu einer Überernährung mit den entsprechenden gesundheitlichen Konsequenzen geführt hat, wird die Unter- bzw. Mangelernährung in den Entwicklungsländern immer dramatischer, weil Anbauflächen von Lebensmitteln zugunsten der Tierfutterproduktion aufgegeben werden und es so zum Preisanstieg von Grundnahrungsmitteln kommt. Der enorme Wasserverbrauch – sowohl für die Tierhaltung selbst als auch für den Anbau von Futtermitteln – (water footprint bezüglich des Fleischkonsums im Vergleich zu anderen Ernährungsweisen) ist höchst problematisch angesichts der zunehmenden Trinkwasserknappheit in vielen Regionen der Erde.

(4) Globales Lernen: Ersthelfer mit seinen Sofortmaßnahmen als erstes Glied der Rettungskette, das enorme Wichtigkeit hat für das reibungslose Funktionieren der weiteren Glieder (Weitere Maßnahmen, Rettungsdienst und Krankenhaus); Einbezug von außerschulischen Lernorten

(5) Die Schülerinnen und Schüler haben erfahren, inwiefern ihr eigenes Konsumverhalten globale Auswirkungen hat. So unterstützen sie beispielsweise indirekt durch den Kauf von billigen T-Shirts Kinderarbeit, bzw, Arbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen in Entwicklungsländern. Zudem haben sie gelernt, dass bei der Produktion in diesen Länder auch oft keine Rücksicht auf umweltverträgliche Produktionsverfahren genommen wird.

(6) Die Schülerinnen und Schüler haben Konsequenzen der Umweltverschmutzung und des großen Energieverbrauchs in Hinblick auf die globalen Folgen betrachtet unter dem Thema „Ist unsere Erde noch zu retten?“.

(7) Die Einführung des Wikis “Schlafende Riesen” war für mich besonders wichtig, damit Schülerinnen und Schüler schon früh erfahren, wie eigentlich ihre Kleidung, die sie tragen, hergestellt wird, wer sie produziert und wie die Produktionsbedingungen sind. Dabei soll die Recherche nicht davon abschrecken bestimmte Produkte zu kaufen, sondern sie soll bewusst machen, wie wir durch den Kauf von Produkten global mit anderen Menschen vernetzt sind.

Soziale Aspekte
(1) Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass solche Aktionen nur vom Mitmachen leben und sie sich durch vorbildliches und reflektiertes Handeln, durch Information und Aufklärungsarbeit für die Umwelt einsetzen können.

(2) Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz vom Mitmachen leben und dass das Aufzeigen von Missständen die Menschen zum Umdenken bewegen kann.

(3) Im Zuge der ethischen Bewertung dieser Bestandsaufnahme suchten die SchülerInnen nach Lösungen, die nicht nur politische/gesellschaftliche und wirtschaftliche Weichenstellungen betrafen, sondern auch ihr eigenes Konsumverhalten. Den SchülerInnen wurde bewusst, dass sie selbst Verantwortung für ihr eigenes Handeln gegenüber anderen Menschen, den Tieren und der Natur übernehmen müssen.

(4) Förderung des sozialen Engagements (Stärkung der Zivilcourage, Förderung der kommunikativen Kompetenz, der Toleranz und der Umsichtigkeit)
Gesundheitsprävention (Alkoholmissbrauch, Rauschzustände, Impfung)

(5) Die Projektarbeit und die Stadtführung in Zusammenarbeit mit der Initiative „Konsum um jeden Preis?“ haben zur Förderung des sozialen Engagements beigetragen. Die Schülerinnnen und Schüler haben nicht nur gelernt, dass ihr Konsumverhalten konkret Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern hat, sondern durch das Kennenlernen der Initiative haben sie Möglichkeiten erfahren, wie sie sich vor Ort sozial engagieren können.

(6) Die eigenständige Auseinandersetzung mit umweltpolitisch relevanten Themen befähigt die Schülerinnen und Schüler dazu, durch ihr hinzugewonnenes Wissen Verantwortung für ihr Handeln gegen über der Umwelt zu übernehmen und ihre Positionen im gesellschaftlichen Diskurs vertreten zu können.

(7) Die Bedeutung von Nachhaltigkeit geht jeden etwas an. So fühle ich mich verpflichtet mein Wissen über Nachhaltigkeit weiterzugeben und darauf aufmerksam zu machen, was sich in unserer Gesellschaft ändern muss. Deshalb war es für mich auch wichtig dieses soziale Bewusstsein an Schülerinnen und Schüler heranzutragen und im Wiki eine Kommunikations- und Austauschplattform dazu zu schaffen.

(8) Bei diesem Projekt wurde vor allem das soziale Engagement der Schülerinnen und Schüler deutlich. Motiviert durch die Hilfsbedürftigkeit der Menschen in Ostdeutschland engagierten sie sich zu Hause beim Backen und in der Schule beim Verkauf, Sammeln und Werben für die Kita in Magdeburg ein.